ICE-Attentat in der Oberpfalz: Syrer offenbar schuldunfähig


SEUBERSDORF, LKR. NEUMARKT/OPF. Am Samstag, den 06.11.2021 war es im ICE 928, der von Passau in Richtung Hamburg unterwegs war, zu einem Messerangriff auf Personen gekommen.




Gegen 09.00 Uhr ging bei der Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz in Regensburg ein entsprechender Notruf ein. Der ICE 928 Passau-Hamburg war nach einem Zwischenstopp in Regensburg in Richtung Nürnberg weitergefahren. Ein zunächst unbekannter Mann hatte auf diesem Streckenabschnitt mehrere Personen mit einem Messer angegriffen. In Folge dieses Angriffes wurden insgesamt vier männliche Personen zum Teil schwer verletzt. Ein weiblicher Fahrgast erlitt einen Schock und wurde ebenfalls ärztlich behandelt.

Nach dem Ereignis hielt der Zug im Bahnhof Seubersdorf, Lkr. Neumarkt/OPf., an. In der Folge wurde der Zug geräumt und alle Abteile von Polizeikräften durchsucht. Kräfte des Polizeipräsidiums Oberpfalz konnten kurz darauf im Zug einen 27-jährigen Mann widerstandslos festnehmen. Die Fahrgäste wurden vor Ort betreut.



Bei den Verletzten handelt es sich um vier deutsche, männliche Staatsangehörige. Von drei Personen hatte die Polizei unmittelbar nach dem Ereignis vor Ort Kenntnis, sie wurden zum Teil schwer verletzt in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert. Zwei davon sind im Landkreis Passau wohnhaft (39, 60) und ein Verletzter (26) stammt aus Regensburg. Eine weitere, leicht verletzte Person aus dem Landkreis Regensburg (60), hatte sich noch im Laufe des Nachmittags bei der Polizei gemeldet. Sie begab sich selbst in ärztliche Behandlung. Die verletzten Personen sind auf dem Weg der Besserung, Lebensgefahr besteht nicht.

Die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben (KPI (Z)) Oberpfalz führt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund haben sich bislang nicht ergeben, auch nicht nach ersten Umfeldermittlungen beim Tatverdächtigen, bei denen auch Wohnungen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen durchsucht wurden.



Nach ersten Erkenntnissen besteht der Verdacht einer psychischen Beeinträchtigung beim Tatverdächtigen. Der Verdacht untermauerte sich im Rahmen einer ersten vorläufigen Begutachtung durch einen psychiatrischen Sachverständigen am Samstagabend.

Der 27-jährige Tatverdächtige hat seinen Wohnsitz in Passau und ist syrischer Staatsangehöriger. Er ist 2014 erstmals in das Bundesgebiet eingereist. 2016 wurde ein Asylantrag positiv beschieden. Der Beschuldigte wurde am Sonntag (7.11.2021) dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth einen einstweiligen Unterbringungsbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes in zwei Fällen, des versuchten Totschlags und Körperverletzung.

Polizeipräsident Norbert Zink lobte insbesondere auch die professionelle Zusammenarbeit zwischen der Landespolizei und der Bundespolizei, der beteiligten Feuerwehr, den Rettungs- und Hilfsdiensten, dem Katastrophenschutz und der Deutschen Bahn: „Das Zusammenwirken von Polizei und allen beteiligten Behörden und Organisationen führte nicht nur zu einer schnellen Festnahme des Verdächtigen, sondern auch zu einer umgehenden Versorgung der Verletzten und einer raschen psychosozialen Versorgung der Bahnreisenden. Dafür gebührt allen Helferinnen und Helfern mein ausdrücklicher Dank.“

Die Ermittlungen dauern an.





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