Sturm sorgt für Unfälle und Feuerwehreinsätze


NORDBAYERN. Wie auch in weiten Deutschland richte das Sturmtief Ignatz Schäden in ganz Franken an.


In allen Bereichen des Leitstellengebiets Nürnberg (darunter fallen auch die Städte Fürth, Erlangen sowie die Landkreise Nürnberger Land, Fürth und Erlangen-Höchstadt) und Bayreuth waren Einsätze zu vermelden. Dabei stürzten zahlreiche Bäume um, die Straßen blockierten oder Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen anrichteten. Teilweise stürzten auch Bäume auf Telefonfreileitungen oder in Oberleitungen der Straßenbahn in Nürnberg. Ein besonderer Einsatz spielte sich im Klärwerk Nürnberg ab. Hier stürzten Teile eine Baumes in ein Reinigungsbecken und blockierten einen Räumer. Die Berufsfeuerwehr sowie die Mitarbeiter des Klärwerks konnten mit vereinten Kräften das Hindernis entfernen, um den Betrieb der Anlage sicherzustellen. In Zusammenhang mit den Unwettereinsätzen waren glücklicherweise keine Verletzten zu beklagen.



Windböe drückt Kleintransporter in Lkw

Großes Glück im Unglück hatte der 31-jährige Fahrer eines Kleintransporters am gestrigen Nachmittag. Als er mit seinem Fahrzeug die „Schiefe Ebene“ hinauf fuhr, wurde er von einer heftigen Windböe erfasst und nach rechts in den Auflieger eines Sattelzuges geschleudert, welchen er gerade überholen wollte. Die rechte Fahrzeugfront wurde komplett deformiert. An beiden Fahrzeugen entstand ein geschätzter Sachschaden in Höhe von mehr als 30.000 Euro. Der Fahrer des Kleintransporters wurde leicht verletzt ins Krankenhaus verbracht. Die Feuerwehr Himmelkron sowie das THW Kulmbach waren zur Stauabsicherung, Absicherung der Unfallstelle und Reinigung der Fahrbahn im Einsatz. Es kam zu längeren Stauungen und Folgeunfällen („Auffahrer“) im Stau.



Pkw mehrfach überschlagen

A9/Bad Berneck. Am Donnerstag, gegen 08:00 Uhr, kam eine 22-jährige Oberbayerin mit ihrem SUV der Marke BMW aus ungeklärter Ursache alleinbeteiligt auf der A 9 Richtung Berlin kurz vor der Lanzendorfer Brücke nach rechts von der Fahrbahn ab, verlor zwischen Grünstreifen und Böschung die Kontrolle über das Fahrzeug und überschlug sich mehrmals. Die 22-Jährige kam mit ihrem völlig deformierten Pkw nach ca. 150 Meter auf dem Dach hinter der Schutzplanke zum Liegen. Diese zog sich zum Glück nur mittelschwere Verletzungen zu und war sofort ansprechbar bzw. befreite sich selbst noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte aus dem Autowrack. Unbeteiligte Verkehrsteilnehmer kamen ebenso sofort zur Hilfe. Im Anschluss wurde die junge Fahrerin ins Krankenhaus verbracht. Es wurde durch den Unfall kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet und geschädigt. Der Sachschaden am Pkw sowie an der Schutzplanke der A 9 wird zunächst auf etwa 40.000 Euro geschätzt. Die rechte Fahrspur sowie der Standstreifen der A9 Richtung Berlin waren wegen der Aufräum- und Bergearbeiten eine kurze Zeit gesperrt. Feuerwehren, ein Rettungsdienst und die Autobahnmeisterei waren im Einsatz. Es kam zu einem kleinen Stau bis an den Bindlacher Berg.

Bayreuther Lage entspannt

Die Freiwillige Feuerwehr Bayreuth wurde bisher zu insgesamt fünf Einsätzen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem heutigen Sturmtief alarmiert. Die erste Alarmmeldung ging gegen 8.45 Uhr ein, als Teile eines Gerüsts auf einer Baustelle am Klinikum Bayreuth eingestürzt waren. Nachdem zunächst zu befürchten war, dass auch Personen betroffen sein könnten, wurden mehrere Abteilungen sowie die Feuerwehr-Einsatzleitung zur Unfallstelle alarmiert. Glücklicherweise stellte sich jedoch schnell heraus, dass keine Personen beteiligt waren. Da aufgrund der Windböen und der Instabilität des Gerüsts ein Betreten und Sichern der Teile zu gefährlich war, beschränkte sich die Aufgabe der Feuerwehr auf weiträumiges Absperren. Nach Rücksprache mit dem Fachberater des THW Kulmbach und der Klinikleitung wurde die Einsatzstelle nach ca. zwei Stunden übergeben. Für einen Großteil der alarmierten Kräfte konnte aufgrund der aktualisierten Lage bereits auf Anfahrt Alarmstopp gegeben werden.

Im weiteren Tagesverlauf mussten drei umgestürzte Bäume beseitigt, sowie eine Antenne gesichert werden. Bei letztgenannter Einsatzstelle kam u.a. auch eine Drehleiter zum Einsatz. Alle Einsatzstellen wurden durch die Abteilung Ständige Wache abgearbeitet, die Feuerwehr Wolfsbach unterstützte in einem Fall.



Orkanböe in Lichtenfels 

Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, Bäume, die über Straßen und auf Häuser gefallen sind: Orkan „Ignatz“, der am Donnerstag ab den Morgenstunden über den Landkreis hinwegfegte, hinterließ eine Spur Verwüstung im Landkreis Lichtenfels und hielt die Einsatzkräfte in Atem: „Dass die Einsatzkräfte so schnell an verschiedenen Orten im Landkreis helfen konnten, ist eine großartige logistische Leistung“, stellt Landrat Christian Meißner heraus. Er sagt allen Helferinnen und Helfern, die ab 6.45 Uhr morgens den ganzen Tag über im Einsatz waren, ein herzliches Dankeschön. Nur durch ihr schnelles, engagiertes und effektives Handeln konnten die Aufräumarbeiten so schnell vorangehen und weitaus Schlimmeres verhindert werden können.



Die Schadensbilanz, die der Orkan hinterließ, ist umfassend. In allen Teilen des Landkreises waren die Feuerwehren und das Technische Hilfswerks (THW) zu Gange, um mit schwerem Gerät und Drehleitern die Schäden zu beseitigen und aufzuräumen. So stürzte unter anderem im Weiler Meuselsberg bei Burgkunstadt ein großer Baum auf ein Haus, ein weiterer in Weismain auf die Grundschule. Auch am Knopsberg in Lichtenfels musste die Feuerwehr wegen eines abgeknickten Baums anrücken. Die alte Ortsverbindungsstraße zwischen Klosterlangheim und Roth und die Straße zwischen Wallersberg und Mosenberg musste wegen zahlreicher umgestürzter Bäume und der Aufräumarbeiten infolge bis auf Weiteres gesperrt werden. Aus Redwitz wurde der Teilabsturz eines Wohnhauses gemeldet und in Seubelsdorf deckte der Sturm das Dach der Firma Veenendaal teilweise ab. Insgesamt waren bzw. sind aktuell noch rund 350 Kräfte von Feuerwehren und THW an etwa 100 Einsatzstellen zu Gange bei den Aufräumarbeiten. Diese werden noch bis in die Abendstunden des Donnerstags andauern, informiert Kreisbrandrat Timm Vogler.

Die Koordination der Einsätze sei hervorragend gewesen, lobt Landrat Christian Meißner. Das sei vor allem ein Verdienst der Dispogruppe „Starkwetter“. Das Einsatzkonzept „Starkwetter“ der Kreisbrandinspektion Lichtenfels habe sich dabei ein weiteres Mal bewährt, unterstreicht der Landrat. Die Einsatzkräfte konnten dank des fünfstufigen Alarmierungskonzepts umgehend und punktgenau an den rund 100 Einsatzstellen Hilfe leisten.




Die unwetterbedingten Einsätze teilten sich wie folgt auf:

Stadt Nürnberg:                              63

LK Nürnberg Land:                          37

LK Erlangen-Höchstadt:                 30

LK Fürth:                                             28

Stadt Erlangen:                                24

Stadt Fürth:                                       17

Stadt Bayreuth:                                6

Zudem wurden auch mehrere Verkehrsunfälle und Brandeinsätze abgearbeitet. Die Personalbesetzung der Integrierten Leitstelle konnte rechtzeitig auf der zutreffenden Unwetterwarnung des DWD aufgestockt werden. Im Einsatz waren zahlreiche Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren, aktuell werden noch Einsätze abgearbeitet.



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