Stark Überladen: Zwei Tote bei Flugzeugabsturz in Kulmbach


KULMBACH. Die zwei Insassen eines Kleinflugzeuges kamen am Donnerstagabend beim Verkehrslandeplatz Kulmbach ums Leben, als ihre Maschine zu Boden stürzte und sich überschlug. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft haben vor Ort die Ermittlungen aufgenommen. Erstes Zwischenergebnis: Die Maschine war stark überladen.




Kurz nach 18.15 Uhr meldete eine Zeugin über Notruf den Absturz des Ultraleichtflugzeuges auf dem Flugplatz in Kulmbach. Innerhalb kurzer Zeit waren zahlreiche Einsatzkräfte des Rettungsdienstes mit zwei Hubschraubern, der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks sowie mehrere Polizeistreifen vor Ort.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der 52-jährige Pilot Klaus P. aus Untersteinach mit dem 51 Jahre alten Richard H. in dem Ultraleichtflugzeug gestartet und hatte abgehoben. Aus noch ungeklärter Ursache drehte sich die Maschine in noch geringer Höhe am Ende der Landebahn, kam erst mit einer Tragfläche und dann mit der Front am Boden auf, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Beide Insassen wurden eingeklemmt; eine Notärztin konnte nur noch ihren Tod feststellen.



Die Bergung der Männer aus dem Wrack war aufgrund der Explosionsgefahr der Treibladung für den Sicherheitsfallschirm zunächst nicht ohne Gefährdung der zeitweise mehr als 100 Einsatzkräfte möglich. Zwei Sachbearbeiter für Flugunfälle der Kriminalpolizei Bayreuth nahmen zusammen mit Mitarbeitern der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung an der Absturzstelle die Ermittlungen auf.

Maschine soll überladen gewesen sein

Nach ersten Informationen handelte es sich bei der Maschine um ein Ultraleichtflugzeug mit einem Zulassungsgewicht von 472,5 Kilogramm, wie uns übereinstimmend zwei Kulmbacher Piloten mitteilten. Zusammen mit Gepäck und vollem Tank, haben die beiden schweren Insassen das Gewicht „deutlich überschritten“, sagen Insider der örtlichen Flugszene. Zudem herrschte starker Seitenwind zum Unglückszeitpunkt.



Ein Staatsanwalt aus Bayreuth ordnete die Hinzuziehung eines Sachverständigen für Flugunfälle für den kommenden Morgen an. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks blieben über Nacht an der abgesperrten Unglücksstelle. Am Freitagvormittag gelang es dem Sachverständigen zusammen mit den Mitarbeitern der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung und eines örtlichen Spezialisten, die Explosionsgefahr zu beheben.

Somit konnten die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr das Wrack mit technischer Unterstützung umdrehen und die beiden Insassen bergen. Zudem begutachteten die Luftunfallspezialisten die völlig beschädigte Maschine, deren Teile im Anschluss auf das Gelände des Technischen Hilfswerks Kulmbach transportiert wurden. Der Gesamtsachschaden beträgt geschätzte 120.000 Euro. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu den Umständen des Absturzes dauern weiter an.



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