Geflügelpest: Nürnberg ordnet Stallplicht an


NÜRNBERG. Seit November 2020 tritt die hochpathogene aviäre Influenza (sogenannte Geflügelpest oder Vogelgrippe) auch in Bayern auf. In Franken wurden bisher in den Landkreisen Haßberge, Bayreuth, Weißenburg-Gunzenhausen und Roth sowie in der Stadt Bayreuth positive Fälle festgestellt. Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die durch die Ausscheidung von Viren über Körpersekrete verbreitet wird und vorwiegend Wassergeflügel, Hühner und Aas fressende Vögel (Greifvögel) befällt, nicht jedoch Singvögel oder Tauben. Besonders gefährdet sind hierbei vor allem Klein- und Hobbyhaltungen unter 1 000 Stück Geflügel, wovon in Nürnberg aktuell 439 gemeldet sind.




Dazu gehören Hühner-, Puten-, Gänse-, Enten-, Perlhuhn-, Rebhuhn-, Fasanen-, Laufvogel- und Wachtelhaltungen, für die im Normalfall die Sicherheitsanforderungen der größeren Geflügelbetriebe gegen eine Einschleppung oder Weiterverbreitung von Seuchenerregern nicht gelten. Aufstallung und weitere Schutzmaßnahmen Aufgrund der steigenden Zahl an Positivfällen in Bayern und im Umkreis von Nürnberg sowie der Anzahl an Wasservögeln in Nürnberg hat die Stadt Nürnberg mit Allgemeinverfügung vom 9. März 2021 (Bekanntmachung im Sonderamtsblatt vom 9. März 2021) eine Aufstallung aller Geflügeltiere im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 der Geflügelpest-Verordnung und weitere Schutzmaßnahmen angeordnet. Hierunter fallen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse, die in Gefangenschaft aufgezogen oder gehalten werden. Die Maßnahmen gelten für alle Nr. 212 / 09.03.2021 privaten und gewerblichen Tierhalter unabhängig von der Anzahl der gehaltenen Tiere.

Die Aufstallung muss in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen, erfolgen. Die weiteren einzuhaltenden Schutzmaßnahmen können der Allgemeinverfügung entnommen werden, die auf der Internetseite des Ordnungsamts verfügbar ist (https://www.nuernberg.de/internet/ordnungsamt/). Ausstellungen, Märkte und Schauen sowie Veranstaltungen ähnlicher Art, bei denen Geflügel und gehaltene Vögel anderer Arten als Geflügel verkauft, gehandelt oder zur Schau gestellt werden, sind im Stadtgebiet Nürnberg bis auf Weiteres verboten.



Fütterungsverbot für Wildvögel

Außerdem dürfen Wasservögel nicht gefüttert werden, um größere Ansammlungen der Tiere und damit eine erhöhte Übertragungsgefahr zu vermeiden. In Grünanlagen ist das Füttern von Fischen undWasservögeln nach der  Grünanlagensatzung ohnehin verboten. Da durch Fütterungen Wildvögel in großer Zahl auch über weite Strecken angezogen werden, stellen sie „Hot-Spots“ dar, an denen viele Vögel zusammentreffen und dort den Virus übertragen und ausscheiden können.

Tote Wildvögel nicht anfassen

Laut dem Robert Koch-Institut sind in Deutschland bislang keine Erkrankungen beim Menschen mit aviären Influenzaviren aufgetreten und es gibt derzeit weltweit keine Hinweise für eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung mit solchen Viren. Nach bisherigen Erfahrungen scheint es nur bei engem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen zur Übertragung der Viren vom Tier auf den Menschen zu kommen. Wer einen kranken oder verendeten Wildvogel findet, sollte diesen daher nicht anfassen.

Um das Tierseuchengeschehen im Blick zu halten, werden Personen, die tote Schwäne, Wildgänse, Wildenten oder Hühnervögel finden, gebeten, den Fund der Polizei unter der Telefonnummer 110 mitzuteilen.





Schnelle Infos über Push und Telegramm wieder aktiv



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.