Frontalcrash ohne Retter: Polizei schätzt Lage falsch ein


WENDELSTEIN. Ein Auto stößt am Sonntagnachmittag frontal mit einem Taxi zusammen. Der Motorblock wird herausgerissen, die Fahrbahn ist blockiert. Ein älterer Mann hat eine offene blutende Wunde am Kopf. Aber die Polizei hat keine Streife frei und schickt such keine weiteren Hilfen.




45 Minuten nach dem ersten Notruf trifft zufällig ein örtlicher Pressefotograf an der Unfallstelle ein. Völlig überrascht fragt er nach, wo die Rettungskräfte sind. „Es kommt keiner“, sagt einer der Unfallbeteiligten. Der Reporter wählt den Notruf und hakt selbst nach. Tatsächlich. Am anderen Ende der Notrufnummer, antwortet eine weibliche Stimme: „Wir haben keine Streife frei“. Der Journalist wundert sich und fasst seine Eindrücke zusammen. „Frontalcrash, Motor rausgerissen, Sprit läuft aus, Verletzte“. Dann erst will man eine Streife bevorzugen und zum Unfallort schicken. Dem Blaulichtreporter reicht das nicht; er wählt nach der 110 auch  noch die 112 und schildert seine Erlebnisse. In der ILS reagiert man nun schneller als bei der Polizei. Umgehend wird die Feuerwehr alarmiert, auch der HvO rückt aus. Eine Stunde nach dem Unfall.

Fotos: PFAE



Nun wird den Verletzten geholfen, die unter Schock stehen. Auch die Kopfwunde des älteren Mannes wird versorgt. Zum Sachverhalt wollte  sich die Polizei zunächst nicht äußern. Erst als sich diversen TV Sender einbringen, steht der Polizeisprecher Rede und Antwort. Er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, warum die Rettungskette nicht aktiviert wurde. Außerdem soll ein Ershelfer zusammen mit einem Polizisten die Unfallstelle vermessen haben. Das hat der Ersthelfer im Interview gesagt.



Die Polizei gibt an, dass man auf Grund der ersten Anrufe nicht von einem schlimmen Ereignis ausgehen musste. „Es gab wohl Verständigungsprobleme“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Das ganze Interview in Kürze bei Bayern-Reporter.



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