Verwirrung um TEDI-Öffnungen: Erste Filialen behördlich geschlossen


Seit Montag dürfen Frisöre, Garten – und Baumärkte wieder öffnen. Für Verwirrung sorgt hierbei die Öffnung diverser TEDI-Märkte. Obwohl die Firmenzentrale auf ihrer Homepage eine bundesweite Schließung bis 7. März angeordnet hat, konnten Kunden am Montag wieder einkaufen. Auch in Pegnitz, Bayreuth und Kulmbach waren die Tore geöffnet. Nun prüfen die Behörden diesen Alleingang des Unternehmens. 




Schon wenige Stunden nach der Öffnung kam es zu diversen Äußerungen im Internet. „Ungerecht“, war teilweise zu lesen. Kunden forderten auch die gleichberechtigte Öffnung von Schuhgeschäften und Modegeschäften. Nach Meldungen aus Pegnitz, erreichten uns auch Hinweise aus Kulmbach und Lauf an der Pegnitz.

Eli Na Mir wurde gesagt, die haben offen weil sie Heimwerker und Elektro Artikel verkaufen. 🤔😀 also anscheinend irgendwie ja🤣

Filialöffnungen waren illegal

Die Pressestelle von TEDI teilte am Montagabend mit, dass die Öffnungen rechtlich erlaubt seien. Ausschlaggebend wäre die Öffnung der Baumärkte gewesen. „Durch unser vielfältiges und breit gefächertes Sortiment können wir einen überwiegenden Sortimentsanteil der vom Gesetzgeber erlaubten Produkte (z.B. Tierbedarf, Drogerie, Lebensmittel und Baumarkt) aufweisen“, sagte Unternehmenssprecherin Aline Grund auf Nachfrage von Bayern-Reporter. Die erstgenannten Bereiche waren demnach schon länger gestattet. Durch das Sortiment an Baumarktware, habe man jetzt keine Einschränkungen mehr. Damit sei die Eröffnung fast aller Filialen „im Sinne der Infektionsschutzverordnung erlaubt“, sagt Grund.



Landratsamt schließt Kulmbacher TEDI Markt

Doch das war offenbar ein Alleingang des Konzerns. Denn die ersten Ordnungsämter haben reagiert und diverse Filialen geschlossen. Seit Dienstagvormittag sind auch die Tore in Kulmbach wieder geschlossen. Das bestätigte die Behörde auf Nachfrage von Bayern-Reporter. Nach der sog. Mischbetriebsregelung werden Mischbetriebe des Einzelhandels oder der Dienstleistungen (zum Beispiel Kioske, Handel mit verschiedenen Sortimenten, Schreibwarenhandel mit Poststation, Lottoläden) nach dem Schwerpunktprinzip beurteilt. Sie können insgesamt öffnen, wenn der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit (mehr als 50 %) im erlaubten Bereich (zum Beispiel Verkauf von Lebensmitteln, Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften) liegt. Sie können dann auch die übrigen Sortimente verkaufen, um die betrieblichen Abläufe nicht zu belasten. Bei Mischbetrieben, bei denen der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im nicht erlaubten Bereich liegt, kann ausschließlich der erlaubte Teil (etwa Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften) weiter erfolgen.

Für die TEDi-Märkte gilt, dass sie zwar theoretisch öffnen können, aber nur ihr erlaubtes Sortiment verkaufen dürfen. Die Einhaltung dieser Regelung wurde vor Ort im Kreis Kulmbach kontrolliert.  „Dabei wurde festgestellt, dass überwiegende nicht erlaubte Waren verkauft werden“, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltungsbehörde in Kulmbach. Dies führte zur vorübergehenden Schließung der Filialen. Diese dauert so lange an, bis durch geeignete Maßnahmen sichergestellt ist, dass nur zulässiges Sortiment angeboten wird.



Regierung von Oberfranken lässt kontrollieren

Auch in Pegnitz ist die Polizei bereits vorgefahren und dokumentierte den Sachstand. Zuständig für die Schließung ist hier die Kreisverwaltungsbehörde in Bayreuth, sagte Polizeisprecher Alexander Czech. Ob die eigenständige Öffnung der Filialen erlaubt ist, wisse man nicht, ergänzte ein Beamter der Pegnitzer Polizei. Aus dem Landratsamt Bayreuth erreichte uns die Meldung, dass  man von der Regierung von Oberfranken bereits darum gebeten wurde, zu prüfen, ob die Voraussetzungen zur Öffnung vorliegen. „Die erforderliche Prüfung wird aktuell von uns in Pegnitz und Bayreuth vorgenommen und ist noch nicht abgeschlossen“, sagte eine Sprecherin des Bayreuther Landratsamtes (Stand 02.03.2021, 17.44 Uhr).

TEDI war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen. Die Frage, ob man eine ausdrückliche Erlaubnis zur Wiedereröffnung hatte, oder ob man das initial selbst organisierte, wurde auch schriftlich nicht mehr beantwortet.



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