Falsche Liebe im Internet: Fränkin (56) überweist mehrere Tausend Euro


LKR. MILTENBERG. Eine 56-Jährige hat sich von einem Betrüger täuschen lassen und fiel auf eine vermeintliche Internetbekanntschaft hinein. Über das Internet hatte der Mann Kontakt zu der Landkreisbewohnerin aufgenommen und bat schließlich, nachdem ein Vertrauensverhältnis bestand, um mehr als 30.000 Euro. In ihrer anfänglichen Hilfsbereitschaft überwies die Frau das Geld auf verschiedene Konten.




Über eine Online-Plattform hatte der Betrüger gezielt Kontakt zu der alleinstehenden 56 Jahre alten Frau aufgenommen und ihr vorgegaukelt, als Major in Syrien stationiert zu sein. Um an das Geld der Frau zu kommen, gab er vor, eine Geldkassette mit wichtigen Dokumenten und einem sehr hohen Geldbetrag an sie verschicken zu wollen. Für den Versand der Kassette bat er mehrfach um finanzielle Unterstützung und erschwindelte sich so einen Betrag von mehr als 30.000 Euro.

Im Laufe der Zeit kamen der Geschädigten dann doch Zweifel und sie wandte sich an die Kripo in Aschaffenburg. Den Beamten blieb jedoch nichts anderes mehr übrig, als die Frau über das Spiel mit der falschen Liebe zu informieren und erste Ermittlungen einzuleiten.

Die unterfränkische Polizei nimmt die Tat zum Anlass, erneut vor dem Phänomen Scamming zu warnen. Versprochen wird die große Liebe, das schnelle Geld oder der Traumjob – doch hinter den verlockenden Angeboten steckt häufig so genanntes Scamming.



Besonders perfide und für die Opfer mit hohem emotionalem Stress verbunden ist das Love- oder Romance-Scamming. In Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken, wie Facebook oder Instagram, sind die Scammer auf der Suche nach potenziellen Opfern. Oftmals erfolgt die erste Kontaktaufnahme über die üblichen Freundschaftsanfragen auf Facebook oder Instagram. Ist ein Kontakt erst einmal hergestellt, wechseln die Täter häufig auf Messenger Dienste wie z. B. WhatsApp und überhäufen die potenziellen Opfer mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit.

Mit der Aussage ihren Traummann oder ihre Traumfrau gefunden zu haben, löschen die Täter ganz demonstrativ ihre Social Media Profile – und zwar einzig und allein mit dem Ziel, den „Auserwählten“ das Geld aus der Tasche zu ziehen. Denn die virtuellen Partner geben z.B. vor, bei einer Geschäftsreise nach Westafrika in Geldnot geraten zu sein. Oder sie benötigen Geld für eine wichtige Operation ihres Kindes oder eines Angehörigen. Auch gestohlene Koffer und Pässe, unbezahlter Lohn oder eine unbezahlte Hotelrechnung sollen das ahnungslose Opfer dazu bringen, Geld zu überweisen. Und viele tun es auch, schließlich sind sie zu diesem Zeitpunkt schon von ihrem Internet-Partner / ihrer Internet-Partnerin emotional abhängig.



Sonderfall: Betrug mit falscher Identität (Soldat)

Die Täter geben sich als amerikanische Soldaten im Auslandseinsatz aus, welche aufgrund dessen derzeit nicht an ihr privates Geld gelangen. Dann bitten Sie um Unterstützung via Western Union oder MoneyGram und versprechen das Geld zurück zu zahlen. Es erfolgen bei der Kontaktaufnahme / Beziehungsbildung mitunter auch Telefonate über Handys oder Skype ohne Bild in englischer Sprache, so dass eine noch persönlichere Bindung entstehen kann. Bei den Handys handelt es sich dann oftmals um Prepaidhandys, bei denen die Inhaber nicht nachvollziehbar sind.

Romance- oder Love-Scammer erkennen

An der Kontaktaufnahme: Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat oder eine einfache Freundschaftsanfrage dient als Lockmittel. Da die Betrüger oft mit deutschen Mailadressen arbeiten, ist selten ersichtlich, dass sich hinter den netten Zeilen ein Scammer verbirgt. Finger weg von Chatnamen mit ungewöhnlichen Zeichen (z.B. Prozentzeichen) – diese schicken mit ihren Nachrichten Software mit, die dem Computer schaden kann.

An der Sprache: Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Insider gehen davon aus, dass rund 95 Prozent der englisch sprechenden Kontakte auf deutschen Dating-Seiten Romance- oder Love-Scammer sind. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.

An den Bildern: Scamm-Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind, während Scamm-Männer häufig Fotos von uniformierten Männern nutzen.



Am Inhalt der Mails oder Nachrichten: Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit ellenlangen Briefen oder Nachrichten voller schwülstiger Liebesschwüre. An den überbordenden Liebeserklärungen und Liebesbekundungen sind sie leicht zu erkennen. Aber es geht auch anders: Seriös wirkende Mails oder Nachrichten sollen das Interesse wecken. Oft wollen die Scammer alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielt immer eine Rolle. Wichtig: Die Scammer bezeichnen ihre neuen Partner schon bald als „Ehemann“ oder „Ehefrau“ und schmieden Heiratspläne. Deswegen scheint die Bitte um ein Visum oder ein gemeinsames Konto gerechtfertigt.

An Verbindungen nach Westafrika/Russland/Südostasien: Ob Geschäftsreise oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw. Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen / südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.

An Bitten um Geld / Visum / Päckchen- oder Briefversand / gemeinsames Konto: Es gibt viele Gründe, das Opfer um Geld zu bitten. Weigert es sich, Geld zu schicken, finden Betrüger andere Wege. Gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen, gehören dazu. Momentan sehr stark ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Einladung nach Deutschland. Hier wollen die Betrüger nicht nur auf Kosten ihrer Opfer leben, sondern auch weiterhin im Auftrag der Nigeria Connection tätig sein. Die Betrüger schaffen es auch, geschickt die Opfer für ihre Zwecke zu missbrauchen, beispielsweise sollen diese Briefe oder Päckchen an dritte Personen verschicken. Scam-Frauen erbetteln sich häufig Einladungen nach Deutschland. Oft geben die Betrüger vor, ein gemeinsames Konto mit dem Opfer eröffnen zu wollen und bitten um Kopien von Ausweisen. Die Daten werden für Fälschungen von Pässen genutzt.

Weitere Informationen zu diesem und anderen Themen bieten die Seiten der Polizeilichen Kriminalprävention unter www.polizei-beratung.de





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