Warnstreiks gehen weiter: Angebot sei „völlig unzureichend“


Als „völlig unzureichend und nicht verhandlungsfähig“ hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Angebot der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst Bund und Kommunen kritisiert. „Die Arbeitgeber haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Während sich das Land auf eine zweite Corona-Welle einstellt, die einen starken öffentlichen Dienst erfordert, zeigen sie sich uneinsichtig und legen ein vergiftetes Angebot vor: Statt Wertschätzung der Beschäftigten setzen die Arbeitgeber auf Provokation. Jetzt werden die Warnstreiks fortgesetzt“, kündigte GEW-Tarifchef Daniel Merbitz am Freitag in Frankfurt a.M. an. „Wir werden den Arbeitgebern noch einmal richtig Dampf machen, damit sie nächste Woche in Potsdam ein ernsthaftes Angebot vorlegen.“




„Das Angebot ist schon echt frech. Die extrem lange Laufzeit von drei Jahren ist angesichts der wirtschaftlich unsicheren Zeiten völlig widersinnig. Die vollständige Angleichung der Arbeitszeit in den östlichen Kommunen an das Westniveau soll bis 2024 hinausgezögert werden – so ein Angebot 30 Jahre nach der Einheit verlängert die tarifliche Zweiklassengesellschaft in Deutschland um weitere vier Jahre! Und das garnieren die Arbeitgeber dann noch mit zahlreichen Verschlechterungen, die sie durchsetzen wollen“, sagte Merbitz.

Info: Die Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr Gehalt. Zudem erwarten sie, dass die wöchentliche Arbeitszeit für die Angestellten in den östlichen Bundesländern auf 39 Stunden gesenkt und damit an das Westniveau angeglichen wird. Die Forderung bezieht sich auf eine Laufzeit des Tarifvertrags von einem Jahr. Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 22. Oktober in Potsdam.



Müll- und Sperrgutabfuhr in Bayreuth fallen aus

Vor dem Hintergrund der aktuellen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Bund und kommunalen Arbeitgebern hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für Montag, 19. Oktober, zu einem weiteren ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Hiervon ist erneut auch die Stadtverwaltung Bayreuth betroffen. In den Ämtern und Dienststellen der Stadt sind daher Einschränkungen nicht auszuschließen. Der Stadtbauhof weist darauf hin, dass die Biomüllabfuhr sowie die Sperrgutabfuhr am Montag ausfallen. Der Wertstoffhof bleibt aufgrund des Warnstreiks ebenso geschlossen wie die Deponie Heinersgrund, Straßenreinigung und Straßenunterhalt fallen aus. Die Verwaltung des Bauhofs ist eingeschränkt erreichbar.

In der Tarifrunde 2020 für den öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen geht es um Gehaltserhöhungen für rund 2,3 Millionen Beschäftigte. Ver.di hat gegenüber den Arbeitgebern von Bund und Kommunen die Verhandlungsführerschaft für die DGB-Gewerkschaften GEW, GdP und IG BAU.



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