Explosion in Nürnberger Ladengeschäft geklärt


NÜRNBERG. Wie am Dienstag (07.07.2020) mit Meldung 913 berichtet, kam es nach einer Explosion zu einem Brand in einem Ladengeschäft in der Nürnberger Südstadt. Die Ermittler der Nürnberger Kriminalpolizei konnten nun die mutmaßliche Ursache ermitteln.




Um 20:07 Uhr teilten Zeugen über den Notruf eine Explosion in einem Ladengeschäft in der Wölckernstraße mit. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr stand das Geschäft im Erdgeschoss in Flammen. Wie die Feuerwehr berichtet, drohte eine Brand- und Rauchausbreitung auf die oberen vier Geschosse. Die nahezu zeitgleich eintreffenden weiteren Einheiten gingen sofort mit mehreren Trupps unter Atemschutz durch den an der Rückseite des Gebäudes liegenden Treppenraum, zur weiteren Brandbekämpfung und insbesondere zur Menschenrettung in die betroffenen Wohneinheiten vor.

Glücklicherweise war in dem mehrstöckigen Gebäude nur eine weibliche Person anwesend, welche durch Feuerwehrkräfte durch den Treppenraum in Sicherheit gebracht und dann dem Rettungsdienst übergeben wurde. Ein weiterer Trupp unter Atemschutz ging in den Keller vor und sperrte die Gasversorgung im Gebäude ab und kontrollierte die Haustechnikräume.



In der Wölckernstraße wurde eine Drehleiter in Stellung gebracht, was erst nach dem Kurzschließen und Erden der Straßenbahnoberleitung durchgeführt werden konnte. Eine Brandbekämpfung- und Menschenrettung musste im Einsatzverlauf über die Drehleiter jedoch nicht durchgeführt werden. Im gesamten Gebäude wurde die Wohnungen zur Sicherheit kontrolliert, belüftet und wieder verschlossen. Durch die starke Brandeinwirkung wurde die Gas- und Strominstallation so stark beschädigt, dass von Technikern der N-ERGIE die Gas- und Stromversorgung unterbrochen und gesichert werden musste. Das Gebäude wurde daher als nicht mehr bewohnbar erklärt.

Zur Klärung der Statik des Gebäudes wurden Fachberater des THW angefordert, eine akute Gefahr für das Gebäude konnte durch diese ausgeschlossenen werden. Sofort nach den Löscharbeiten wurde durch den Kriminaldauerdienst die Brandursachenermittlung aufgenommen. Starke Kräfte der Polizei sicherten die Einsatzstelle, auch unter Zuhilfenahme eines Lautsprecherwagens, weiträumig ab. Die Sperrungen sorgten für Umleitungen im Straßenverkehr und zur Sperrung des Straßenbahnverkehrs in der Wölckernstraße. Zur Wiederinbetriebnahme der Straßenbahnlinie war der Unfallhilfswagen der VAG vor Ort. Die Sicherungsmaßnahmen an der Einsatzstelle waren erst nach Mitternacht abgeschlossen. Im ersten Zugriff waren rund 45 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Nürnberg, zusammengesetzt aus den Feuerwachen 1, 2, 3 und 4 im Einsatz. Die Ursache für die Explosion ist derzeit noch unklar. Beamte des Kriminaldauerdienstes Mittelfranken nahmen die ersten Ermittlungen zur Klärung der Brandursache auf.



Ursache offenbar aufgeklärt 

Im Rahmen der umfangreichen Spurensicherungsmaßnahmen kamen unter anderem speziell ausgebildete Hunde zum Aufspüren von Brandbeschleuniger zum Einsatz. Zudem wurde das zuständige Fachkommissariat der Nürnberger Kriminalpolizei von Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts unterstützt.

Nach bisherigem Ermittlungsstand ist, unter Berücksichtigung der vorliegenden Spurenlage, davon auszugehen, dass in dem Ladengeschäft eine Verpuffung aufgrund einer technischen Ursache im Zusammenhang mit einem Kühlgerät erfolgte. Hinweise auf eine vorsätzliche Tat unbekannter Dritter ergaben sich nicht.

Die Wohnungen des Hauses sind bereits wieder bewohnbar. Der tatsächlich entstandene Sachschaden ist noch Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen.

Es wird gegebenenfalls nachberichtet.



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