Wie findet man die beste Kontaktlinse? 


Die richtige Kontaktlinse zu finden, fällt nicht immer leicht. So gibt es bei der Auswahl verschiedene Kriterien zu beachten.



Jedes Auge ist verschieden

Die perfekte Kontaktlinse für jeden gibt es leider nicht. So unterscheidet sich jedes Auge individuell vom anderen. Dieser Umstand wirkt sich auch auf die unterschiedlichen Kontaktlinsenarten aus. So passen sich zum Beispiel formstabile Jahreslinsen an bestimmte Augen gut an, während Tageslinsen, die aus Silikon-Hydrogel bestehen, sich wiederum besser für andere Augen eignen. Allein die Kenntnis des Augenwertes reicht also für die Auswahl der Linsen nicht aus.

Um herauszufinden, welche Linse sich am besten für den Träger eignet, ist Hilfe vom Augenarzt oder Augenoptiker erforderlich. Einen lokalen Augenoptiker finden Sie bei Deutsche Optiker.

Sie können die physiologischen Gegebenheiten und die Krankengeschichte des Auges, die Fehlsichtigkeit sowie die Tragegewohnheiten beurteilen und den Tränenfilm analysieren. Dadurch ist eine exakte Anpassung der Kontaktlinsen möglich.

Arten von Kontaktlinsen

Es gilt zwischen unterschiedlichen Kontaktlinsenarten zu unterscheiden. So werden formstabile und weiche Linsen angeboten. Von beiden Arten können die am häufigsten vorkommenden Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit korrigiert werden. Gleiches gilt für Altersweitsichtigkeit und eine Hornhautverkrümmung.

Formstabile Linsen

Formstabile Kontaktlinsen werden auch als harte Kontaktlinsen bezeichnet. Ihre Zusammensetzung besteht aus sauerstoffdurchlässigem, formstabilem Kunststoff. Die Festigkeit der Linsen erlaubt eine individuell überaus exakte Fertigung. Für viele Fehlsichtige bieten die formstabilen Linsen den Vorteil, besser sehen zu können als mit weichen Kontaktlinsen. Es besteht sogar die Möglichkeit, auch hartnäckige Hornhautverkrümmungen optimal zu beheben.

Weiche Linsen

Die gebräuchlichsten Kontaktlinsen im Handel sind die weichen Linsen. Ihre Herstellung erfolgt aus weichem, flexiblem Kunststoff. Moderne Kontaktlinsen setzen sich aus Silikon-Hydrogel zusammen, das über eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit verfügt. Im Unterschied zu den formstabilen Linsen fallen die weichen Linsen größer und verträglicher aus. Außerdem verrutschen sie nur selten.

Angeboten werden weiche Kontaktlinsen zum täglichen Wechsel oder zum Wechsel alle 14 Tage bzw. einmal im Monat.

Welche Fehlsichtigkeiten lassen sich mithilfe von Kontaktlinsen korrigieren?

Kontaktlinsen beheben die unterschiedlichsten Fehlsichtigkeiten. Dazu zählen Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie), eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) sowie Alterssichtigkeit (Presbyopie).

Kurzsichtigkeit

Von Kurzsichtigkeit ist die Rede, wenn die betroffene Person ihre nähere Umgebung gut sieht, aber weitere Entfernungen nur unscharf wahrnimmt. Im Falle einer Myopie fällt entweder der Brechwert des Auges zu hoch aus oder das Auge erreicht eine zu große Länge. Es ist aber ebenso möglich, dass beide Faktoren gleichzeitig bestehen.

Die aus der Ferne ankommenden Lichtstrahlen formen nur auf der Netzhaut (Retina) ein scharfes Bild. Bei einer Kurzsichtigkeit findet ihre Vereinigung aber schon vor der Netzhaut statt, was ein unscharfes Bild nach sich zieht.

Die Angabe der Dioptrienwerte der Kontaktlinsen erfolgt in Minuswerten.

Weitsichtigkeit

Im Falle einer Weitsichtigkeit sehen die Betroffenen die Ferne scharf. Dagegen nehmen sie die nähere Umgebung unscharf wahr. Grund dafür ist eine zu niedrige Augenbrechkraft oder ein zu kurzes Auge. Das Bündeln der Lichtstrahlen findet erst hinter der Retina statt, wodurch es zu einem unscharfen Bild kommt.

Die Dioptrienwerte der Kontaktlinsen werden in Pluswerten angegeben.

Hornhautverkrümmung

Bei der Hornhautverkrümmung kommt es in sämtlichen Distanzen zu verzerrtem, unscharfem Sehen. Das bedeutet, dass sich ein runder Punkt nicht als rund, sondern in der Form einer Ellipse oder eines Stabes erkennen lässt. Hervorgerufen wird diese Fehlsichtigkeit, weil die Hornhaut des Auges eine ungleichmäßige Form aufweist. Im Normalfall nimmt sie eine gleichmäßig runde Form ein.

Das Licht, das einfällt, wird horizontal und vertikal in unterschiedlicher Stärke gebrochen. Häufig geht die Hornhautverkrümmung mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit einher.

Alterssichtigkeit

Eine weitere häufige Fehlsichtigkeit stellt die Alterssichtigkeit dar. Steigt das Lebensalter, wird es immer schwieriger zu lesen, weil die Sehschwächen immer weiter voranschreiten. Bereits im Alter von 40 bis 45 Jahren zeigen sich Probleme im Nahbereich. Grund für die zunehmenden Sehschwierigkeiten ist, dass die Linse an Elastizität einbüßt. Infolgedessen lassen sich Objekte in der Nähe nicht mehr in deutlicher Schärfe wahrnehmen.

Warum ist eine Anpassung der Kontaktlinsen notwendig?

Die passende Kontaktlinse zu finden, ist nicht so einfach. So kann eine Kontaktlinse nicht mit Brillenwerten bestellt werden. Es ist nicht möglich, diese Werte vollständig zu übernehmen, denn der Abstand zwischen den Linsen und der Brille in Richtung Auge fällt unterschiedlich aus.

Unterschiede bestehen zudem zwischen den einzelnen Herstellern der Kontaktlinsen, obwohl sie auf die gleichen Kriterien wie Durchmesser, Sehstärke und Basiskurve zurückgreifen. Zum Beispiel gibt es Differenzen beim Material, den Benetzungs- und Sitzeigenschaften sowie beim Tragekomfort.

Es ist also eine präzise Arbeit der Kontaktlinsenanpasser erforderlich. Zu diesem Zweck kontrollieren sie im Rahmen einer Augenuntersuchung Augen, Sehstärke, Tränenfilm und Hornhaut. Dadurch lassen sich die optimalen Kontaktlinsen finden, die den physiologischen Eigenschaften des Auges und dem Komfort beim Tragen entsprechen. Ebenso sind die Lebensgewohnheiten des Kontaktlinsenträgers zu berücksichtigen.

Tragedauer der Kontaktlinsen

Ein weiteres Kriterium ist die Tragedauer der Kontaktlinsen, bei der verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehören die Augenbeschaffenheit, die Eigenschaften der Linsen, die Art der Fehlsichtigkeit und natürlich der Zweck ihres Einsatzes.

Zu dem üppigen Angebot zählen Tageslinsen, Monatslinsen sowie Jahreslinsen. Tageslinsen werden einmal am Tag getragen und anschließend entsorgt, während sich Monatslinsen erst nach 30 Tagen durch neue Exemplare ersetzen lassen. Robuste formstabile Jahreslinsen kann der Träger sogar bis zu ein Jahr lang verwenden, wenn er sie gut pflegt.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.