Mehrere Verletzte in Grafenwöhr: US-Fallschirmjäger landen in Bäumen


Grafenwöhr. Vergangene Nacht übte eine Luftlandeeinheit des amerikanischen Militärs auf dem östlichen Teil des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Dazu flogen in den Abendstunden mehrere Transportflugzeuge über ein speziell für solche Übungen vorgesehenes Areal und setzten ihre Fallschirmspringer ab. Dabei landeten mehrere Soldaten nicht an dem vorgesehenen Platz, sondern blieben zum Teil in Baumkronen hängen.




Die Einheit der 173rd Airborne Brigade ist darauf geschult und trainiert mit eigenen Kräften und Gerät in solchen Situationen ihre Kameraden aus der misslichen Lage zu befreien. In einem Fall funktionierte dies offensichtlich nicht, weshalb deutsche Rettungs- und Hilfskräfte gegen 20.30 Uhr zur Unterstützung angefordert wurden. Da anfänglich nicht ganz klar war, wie viel Soldaten Hilfe benötigen, erfolgte ein relativ großes Aufgebot von Feuerwehr, Rettungskräften, Bergwacht und Polizei. Auch in Anbetracht der bevorstehenden Nachtzeit.

Bei dem Versuch einen in einer Baumkrone hängenden US Soldaten zu befreien, bereiteten Kräfte der Truppenübungsplatz internen Berufsfeuerwehr Hilfe vom Boden aus vor. Aus noch unerklärlichen Gründen stürzte noch bevor geholfen werden konnte ein Soldat zu Boden und verletzte sich. Dabei brachen mehrere kleine Birkenbäume ab.



Es kam dabei auch ein 62-jähriger Feuerwehrmann der US Berufsfeuerwehr zu Schaden. Dieser erlitt schwere Verletzungen und musste mit einem Rettungshubschrauber ins Klinikum Amberg geflogen werden. Nach einer intensivmedizinischen Versorgung besteht aktuelle keine Lebensgefahr. Er ist zwischenzeitlich auf dem Weg der Besserung. Auch ein weiterer 60-Jähriger Feuerwehrmann erlitt eine leichte Beinverletzung, die nicht weiter behandelt werden musste. Für die psychosoziale Betreuung der Feuerwehreinsatzkräfte wurde das Kriseninterventionsteam des BRK noch in der Nacht hinzugezogen und eingesetzt.

Seitens der Fallschirmspringer erlitten sechs Soldaten Verletzungen, die ebenfalls überwiegend in Krankenhäusern behandelt werden mussten. In allen Fällen handelte es sich um spezifische Verletzungen, die bei dieser gefahrengeneigten Tätigkeit immer wieder vorkommen, wie Frakturen, Verstauchungen und Prellungen.

Nach den Ermittlungen der Polizeiinspektion Eschenbach und nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft Weiden ergeben sich bislang keine Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten.

 



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