Brandsätze geworfen und Brandfalle gezündet: SEK-Beamter schwer verletzt


REGENSBURG. Gestern kam es wie berichtet nach einer Bedrohungslage in Regensburg zu einem Polizeieinsatz, bei dem ein Beamter des Spezialeinsatzkommandos durch eine Brandfalle schwer verletzt wurde. Am Montag wurde ein Unterbringungsbefehl gegen den Mann erlassen.




Am Sonntagmorgen, 14. Juni 2020, gegen 03.00 Uhr, wurden Polizei und Rettungskräfte von einer Anwohnerin darüber informiert, dass ein 41-jähriger Mann aus einem mehrgeschossigen Wohnhaus in der Johannisstraße mindestens einen Brandsatz aus dem Fenster geworfen hätte. Der Brand im Außenbereich konnte durch einen Anwohner schnell abgelöscht werden, verletzt wurde dabei zunächst niemand.

Die Motivation des Mannes für sein Handeln ist noch unklar. Da nicht auszuschließen war, dass der Mann noch im Besitz weiterer Brandmittel ist, wurden Spezialeinsatzkräfte, die Verhandlungsgruppe, die Feuerwehr und der Rettungsdienst hinzugezogen und der Bereich weiträumig abgesperrt. Das Anwesen wurde komplett geräumt. Die Bewohner des mehrstöckigen Hauses wurden u.a. in einem vom RVV bereitgestellten Bus untergebracht und durch den Sanitätsdienst, später zusätzlich durch die Polizei, betreut.



SEK tappt in die Brandfalle

Gegen 07.30 Uhr konnte der Mann von Spezialeinsatzkräften in der Wohnung festgenommen werden. Dabei brach aus noch zu ermittelnden Gründen schlagartig ein Brand aus, durch den ein Beamter des Spezialeinsatzkommandos schwer verletzt wurde. Er musste mit schweren Brandverletzungen in eine Spezialklinik geflogen werden. Das Feuer in der Wohnung, die dadurch erheblich beschädigt wurde, konnte schnell durch die bereitstehende Berufsfeuerwehr Regensburg gelöscht werden.

Die weiteren Ermittlungen werden nun von der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg geführt. Da in der Wohnung mehrere mutmaßlich selbstgebaute Brandsätze festgestellt wurden, werden Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts hinzugezogen. Die Berufsfeuerwehr Regensburg wurde vor Ort durch den Löschzug Weichs unterstützt. Der Löschzug Wutzlhofen wurde in Bereitschaft versetzt.

Der Beschuldigte, der in der jetzt teilweise zerstörten Wohnung selbst wohnte, wurde noch am Sonntag in einer Fachklinik untergebracht. Er ist am Montagnachmittag dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg einen Unterbringungsbefehl gegen ihn wegen des Verdachts der Tatbestände des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, versuchter Brandstiftung mit Todesfolge, tätlichem Angriff auf und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Der Beschuldigte wurde im Anschluss erneut einer Fachklinik überstellt.

Der verletzte Beamte befindet sich weiterhin in intensivmedizinischer Behandlung, ist jedoch ansprechbar. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg führt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg die weiteren Ermittlungen. Dazu wurden auch weitere Gutachten in Auftrag gegeben.



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