Krankenwagen-Fahrer übersieht schnellen Audi


A9/NÜRNBERG. Heute Mittag kam es auf der A9 zwischen Lauf und dem Autobahnkreuz Nürnberg zu einem schweren Unfall, der am Ende doch glimpflich ablief.




Der BRK-Krankenwagen aus Bayreuth, war mit einem Patienten und zwei Sanitätern unterwegs nach Rummelsberg. Plötzlich habe es furchtbar gekracht, erinnern sich die Beteiligten. Ein Audi krachte in das Heck des Krankenwagens und beschädigte diesen schwer. Schwere Verletzungen blieben aus, sagt BRK Einsatzleiter Christian März. Auch der einst mutmaßliche Unfallverursacher, ein Sicherheitsmann aus Berlin, und dessen Beifahrer, wurde nur leicht verletzt. Warum er in das Heck des Krankenwagens krachte, musste erst noch ermittelt werden, scheint nun aber laut Polizeiangaben klar zu sein.



Um einen vorausfahrenden Sattelzug von der rechten auf die mittlere Fahrspur passieren zu lassen, wechselte der 52-jährige Fahrer des Bayreuther Krankenwagens auf die linke Fahrspur. Hierbei übersah er dann den 29-jährigen Audi-Fahrer, der sich laut Polizeiangaben mit höherer Geschwindigkeit näherte. Das belegen auch deutliche Spuren auf der Fahrbahn. Der Berliner Sicherheitsmann konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren, weshalb es zum Zusammenstoß kam. Nachdem beide Fahrzeuge kollidierten, schleuderte der Audi über alle Fahrspuren und blieb stark beschädigt am Seitenstreifen stehen. Der Krankentransport konnte ebenfalls nach einer Schlingerpartie am Seitenstreifen halten.

KTW-Patient musste von Feuerwehr befreit werden

Zunächst war die Rede von eingeklemmten Personen, weshalb auch die Feuerwehr Röthenbach an der Pegnitz alarmiert wurde. Durch die Deformation der Hecktüren konnte der Patient erst durch die Feuerwehr geborgen werden. Das schwere Gerät musste aber zum Glück nicht eingesetzt werden. Weil der Audi aber über Hybridantrieb verfügte, hatte die Feuerwehr den Brandschutz ganz besonders im Auge.  In dem Audi befanden sich auch Schlagstock, Schutzhelm, Pfefferspray und weitere Ausrüstungsgegenstände. Sie wurden von der Polizei sichergestellt. Alle fünf Verletzte, darunter die beiden Sanitäter, der Patient und die beiden Insassen aus dem Audi, wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf über 100.000 Euro. Während der Unfallaufnahme waren zwei der drei Fahrspuren gesperrt.



Immer wieder kommt es in der s.g. Renzenhofer Senke zu Unfällen. Einen Tag vor diesem Unfall mit dem Krankenwagen, krachte es fast an selber Stelle. Schuld ist offenbar die freie Strecke mit einem leichten Gefälle. „Das verleitet zum schnelleren Fahren“, sagte uns ein Polizist vor Ort. Dabei ist der Streckenabschnitt nicht ungefährlich. Durch das unmittelbar bevorstehende Autobahnkreuz kommt es zu vielen teils spontanen Fahrstreifenwechsel. Die letzten Unfälle waren auch immer die Folge solcher Wechsel. Das Tempolimit beginnt unmittelbar vor dem Autobahnkreuz. „Zu spät“, sagen viele Nutzer in unseren Facebookgruppen. Und auch bei einer Begrenzung von 100 Stundenkilometern sei es fraglich, ob sich da jeder dran hält. Im vorliegenden Fall war der Fahrer wesentlich schneller unterwegs. Wie schnell, das müssen nun die Ermittlungen ergeben. Wo genau die Geschwindigkeitsbegrenzung beginnt, reichen wir nach.


„Ein mulmiges Gefühl hat man auf der Anfahrt zum Einsatzort“, sagte Christian März, der Einsatzleiter Rettungsdienst. Man mache sich schon Gedanken um die Kollegen. Wir haben mit ihm an der Einsatzstelle gesprochen. Seine Eindrücke jetzt im Video ->

Weitere Informationen liegen derzeit noch nicht vor.






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