Erhöhte Waldbrandgefahr in Bayern: Aufklärungsflüge angeordnet


BAYERN. Das trockenwarme Frühlingswetter lässt die Waldbrandgefahr in Bayern schon jetzt auf Warnstufe vier klettern.




Wegen der bestehenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern zieht es viele Menschen in den Wald. Das kann gerade jetzt ab Gründonnerstag zu schweren Waldbränden führen. Denn der Deutsche Wetterdienst löste bereits am Mittwoch Warnstufe 3 aus, am Donnerstag örtlich sogar Warnstufe 4. Besonders betroffen sei am Donnerstag der nordbayerische Raum, sowie Sachsen, Berlin und Brandenburg.

Der Deutsche Wetterdienst meldet für zahlreiche Messstationen im Regierungsbezirk Oberfranken bereits die zweithöchste Gefahrenstufe (orange). Speziell betroffen seien die Messstationen in Kronach, Fichtelberg, Heinersreuth (beides Lkr.Bayreuth), Gräfenberg (Lkr. Forchheim), Ebrach (Lkr. Bamberg) und Bamberg. Schuld daran sei das derzeit warme und trockene Klima, sowie eine angehende Dürre im Zusammenhang mit noch stark bedeckten Waldböden aus dem letzten Jahr. Sobald die Vegetation nun aber zu grünen beginne, rechnen Wetter – und Forstexperten mit einer vorübergehenden Entspannung. Auch in Mittelfranken, Unterfranken und in der Oberpfalz herrschen bereits Warnmeldungen bis Stufe 4 (orange).



Warnhinweise 

Erste Regierungen haben aufgrund der anhaltenden Trockenheit bereits Waldbrand-Beobachtungsflüge angeordnet. Zudem bittet die Polizei ausdrücklich darum, Fahrzeuge nur auf befestigten Wegen und Parkplätzen abzustellen. Zudem werden Spaziergänger aufgefordert, wachsam zu sein, verdächtige Rauchentwicklungen zu melden und Feuerstellen zu unterlassen. Lassen Sie Grillkohle nicht auf Wiesen oder Freiflächen zurück. Sie kann sich auch nach Tagen neu entzünden.

Aufgrund der für Oberfranken geltenden Wettervorhersage für die kommenden Tage (Temperaturen über 20 Grad, Sonnenschein und vor allem keinerlei Regen) und der damit verbundenen erwarteten hohen Waldbrandgefahr für besonders gefährdete Waldgebiete hat die Regierung von Oberfranken im Einvernehmen mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsten Bayreuth von Freitag (Karfreitag), 10.04.2020, bis Montag (Ostermontag), 13.04.2020, die Durchführung von vorsorglichen Beobachtungsflügen angeordnet.



Rauchverbot beachten!

Zum Einsatz kommt der sogenannte „Schnelle Einsatzhubschrauber“ (SEH). Der Hubschrauber wird von einem Piloten geflogen, der selbst ausgebildeter Luftbeobachter ist. Damit kann im Hinblick auf die Corona-Pandemie und die beengte Situation in den Beobachtungsluftfahrzeugen auf den zusätzlichen Einsatz eines separaten Luftbeobachters verzichtet werden.

Die Regierung von Oberfranken appelliert an alle, die im Rahmen der bestehenden Ausgangsbeschränkungen in Wald und Flur unterwegs sind, äußerste Vorsicht walten zu lassen und keinesfalls mit offenem Feuer zu hantieren oder zu rauchen. Schon ein Funke oder eine weggeworfene Zigarettenkippe können Gras, Nadelstreu und am Boden liegende Zweige entzünden und einen folgenschweren Brand auslösen. Zudem sollte wegen des Brandrisikos durch heiße Fahrzeugkatalysatoren keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund geparkt werden. Zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober gilt ohnehin ein Rauchverbot im Wald.

 

Der Waldbrandgefahrenindex WBI beschreibt das meteorologische Potential für die Gefährdung durch Waldbrand. Er zeigt die Waldbrandgefahr in 5 Gefahrenstufen an: 1= sehr geringe Gefahr (grün) bis 5 = sehr hohe Gefahr (lila). Der WBI dient den für die Waldbrandvorsorge verantwortlichen Landesbehörden zur Einschätzung der Waldbrandgefahr und zur Herausgabe von Warnungen. Die Waldbrandgefahrenstufen des DWD bilden somit die Grundlage für eine auf Landesebene harmonisierte Waldbrandgefahrendarstellung. Die örtliche Einschätzung der Waldbrandgefahr kann vom DWD-Produkt abweichen.





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