Corona in Bayern: Söder spricht von leichtem Positivtrend und stellt neue Maßnahmen vor


MÜNCHEN. Ohne den drastischen Maßnahmen in Deutschland und ganz Bayern, wäre die Lage fatal, sagt Ministerpräsident Markus Söder. Man sei noch nicht über den Berg, aber auf einem sehr guten Weg.




Söder stellte am Morgen ein „Corona-Team“ vor, das nun wissenschaftliche Forschungen an tausenden Personen durchführen soll. Unterstützt werden die Experten, darunter Ärzte und Virologen, von zahlreichen Medizinstudenten. Ab Sonntag soll das Großprojekt starten, „ähnlich wie in Heinsberg“, sagt Söder. „Nur viel größer“. Zur Erforschung des Coronavirus haben sich in Bayern rund 100 Wissenschaftler und rund 70 Medizinstudenten zu einem interdisziplinären Forschungsteam zusammengeschlossen.

Professor Dr. Michael Hoelscher, Leiter des Infektions – und Tropeninstitus an der TU München, sagte auf der Pressekonferenz, dass eine breite verdachtsunabhängige Testung nötig sei. Er spricht von einer sehr hohen Dunkelziffer. Denn viele Menschen werden nicht getestet, weil sie keinen Kontakt hatten, weil sie in keinem Risikogebiet waren oder auch einfach keine Symptome zeigen.



Polizei begleitet Massentest in München

Das neue Projekt soll rund ein Jahr lang dauern. Aktuell plane man aber vier aktive Wochen, wo man noch breiter testen möchte um verlässliche Zahlen zu erfassen. Die Aktion sei freiwillig und man benötige von den 3000 zufällig ausgewählten Haushalten je Person drei Milliliter Blut. Durch die Studie will man die Effizienz der Maßnahmen untersuchen und Handlungsempfehlungen erarbeiten. Nach Ansicht der Regierung bietet Bayern damit eine einmalige Chance, die Dunkelziffer genauer zu bestimmen. Die Probanden sollen regelmäßig Blut abgeben, das dann untersucht wird. „Alle drei Wochen“, sagt Hoelscher. Bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie sei eine der großen Fragen, wie viele Infektionen unentdeckt bleiben.

Ab Sonntag ziehen die Wissenschaftsteams los und besuchen die ersten Haushalte in München. Zur Sicherheit soll auch die Polizei beim Erstkontakt dabei sein, sagt Hoelscher. Das diene dazu, dass man als Bürger erkennt, hier kommen keine Betrüger. Außerdem weiß man nie, wie Menschen an der eigenen Tür reagieren, wenn plötzlich Wissenschaftler mit Schutzausrüstung klingeln. Die Polizei habe eine rein deeskalierende Funktion bei den freiwilligen Testaktionen.

 



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