Erstmals Personalausfälle im Klinikum Bayreuth: Corona in der Herzchirurgie


BAYREUTH. Auf der Intensivstation der Herzchirurgie im Klinikum Bayreuth, kam es zu einem folgenschweren Vorfall. Nach dem positiven Testergebnis eines frisch operierten Patienten mussten sich gestern mehrere Ärzte und Pflegekräfte aus dem Früh- und Spätdienst in Quarantäne begeben. 

von Andy Eberlein




Wie das Klinikum Bayreuth auf Nachfrage von Bayern-Reporter bestätigte, soll es sich bei dem betroffenen Patienten um einen Mann handeln, der zunächst symptomfrei war und im weiteren Behandlungsverlauf auffällig wurde. Weil der Patient zudem aber Kontakt mit einem anderen positiv getesteten Fall hatte, erfolgte im Nachgang ein Covid19-Test, dessen Ergebnis dann ebenfalls positiv ausfiel. In der Folge mussten dann drei Ärzte und neun Pflegekräfte außer Dienst gestellt werden. Diese befinden sich derzeit in Quarantäne, sagt Kliniksprecher Frank Schmälzle.

Warum der Patient nicht schon früher getestet wurde, wenn doch bekannt war, dass er Kontakt hatte, dazu äußerte sich Schmälzle nicht. Eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 ist laut RKI dann angezeigt, wenn es sich bei den Betroffenen um begründete COVID-19-Verdachtsfälle handelt. Also wenn sie Krankheitszeichen haben und innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten und/oder sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet/einem besonders betroffenen Gebiet in Deutschland aufgehalten haben. Der Patient aus dem Klinikum Bayreuth habe aber keine Symptome gezeigt, berichtet Schmälzle. Die seien erst später aufgetreten.



Personalsituation sei nicht kritisch

Mitarbeiter des Klinikums hatten unsere Redaktion über den Vorfall informiert und hofften auf Entlastung, wenn die Lage öffentlich diskutiert wird. Denn man habe Sorge, dass nun die Personalsituation eskalieren könnte. Doch so dramatisch scheint es noch nicht zu sein. Nach Angaben von Kliniksprecher Frank Schmälzle sei die Personalsituation „noch nicht kritisch“. Man erhalte Angebote von Freiwilligen und sei dabei, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, „um Einsatzmöglichkeiten und Qualifikationen abzustimmen“, sagt Schmälzle. Es bleibe trotz der jetzt 12 fehlenden Mitarbeiter dennoch bei der Einschätzung, dass die Personallage „derzeit nicht kritisch“ sei. Das Klinikum sei voll handlungsfähig.



Vier von zwölf Corona-Patienten werden beatmet

Insgesamt werden im Klinikum Bayreuth derzeit zwölf Patienten stationär behandelt. Vier von ihnen müssen beatmet werden, sagt Schmälzle. Man verfüge derzeit aber noch über ausreichend Intensivplätze. Man habe die reguläre Intensivstation von  zwölf auf aktuell 16 Plätze erweitert. Staatsregierung und RKI forderten von den Kliniken ursprünglich, dass die IKapazitäten verdoppelt werden. In Bayreuth ist man hier aber sogar schon weiter, weil man auf eine zweite Intensivstation zugreifen könne, sagt Schmälzle. Hier würden insgesamt nochmal 28 Plätze zur Verfügung stehen.

 





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