Fragen nach tödlicher Massenkarambolage auf der A6: Polizei gründet „EKO Schneefall“


A6/ALTDORF. Auf der A6 kam es zu einem schweren Unfall. Es ist die Rede von einer Massenkarambolage. Hier sollen mehrere LKW und PKW ineinander gefahren sein. Einsatzkräfte sprechen von 22 Verletzten. Auch von eingeklemmten Autofahrern ist die Rede. Mindestens ein Insasse ist ums Leben gekommen. Die A6 ist in beide Richtungen komplett gesperrt.




Bei dichtem Schneetreiben war es gegen 08:30 Uhr in Fahrtrichtung Nürnberg zwischen den Anschlussstellen Alfeld und Altdorf (Lkrs. Nürnberger Land) zu der Massenkarambolage mit insgesamt 17 Fahrzeugen gekommen. Unter den beteiligten Fahrzeugen waren auch sieben Lkw. Aufgrund der Wucht des Aufpralls wurde eine Person so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb. Eine weitere Person musste schwerst verletzt mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Gut zwei Dutzend weitere Personen erlitten ebenfalls Verletzungen und mussten vor Ort medizinisch versorgt werden.

Der 42-jährige Fahrer eines VW Golf erlitt durch das Unfallgeschehen derart schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Der Fahrer eines Mercedes-Transporters wurde schwer verletzt und musste umgehend mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Nach aktuellen Erkenntnissen wird der Gesundheitszustand des 38-jährigen Mannes von den Ärzten mittlerweile als stabil eingestuft.



Die Rettungskräfte versorgten an der Unfallstelle außerdem 22 weitere Menschen, die bei dem Unfall verletzt wurden. Letztlich mussten auch mehrere der leichtverletzten Personen vom Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Die traurige Bilanz der Massenkarambolage, an der 17 Fahrzeuge beteiligt waren: Ein getöteter Verkehrsteilnehmer, mehrere Verletzte und ein Sachschaden, der nach erster Schätzung bei rund 430.000 Euro liegen dürfte.

Update: Bis zu 22 Verletzte, 16 Fahrzeuge beteiligt, darunter sechs Lastwagen

Bislang ist bekannt, dass zum Unfallzeitpunkt eine Schneefront mit massiver Sichtbehinderung über das betroffene Teilstück der BAB 6 zog. Hingegen ist weiterhin nicht geklärt, welcher Umstand die verheerende Unfallkette in Gang gesetzt hat. Die Verkehrspolizei Feucht hat aus diesem Grund eine EKO mit dem Namen „Schneefall“ eingerichtet. Insgesamt sechs Beamte stehen nun vor der Aufgabe, Fotos, Skizzen und Spuren des Unfallgeschehens auszuwerten sowie Vernehmungen von Beteiligten und Zeugen durchzuführen. Unterstützt wird die Ermittlungsarbeit der Polizisten von zwei externen Gutachtern, die ihre Arbeit ebenfalls bereits am Mittwoch (26.02.2020) an der Unfallörtlichkeit aufgenommen haben.



Foto: Bayern-Reporter/Desk

 

Neben der Polizei waren Großaufgebote umliegender Feuerwehren, des Rettungsdienstes sowie des Technischen Hilfswerks an der Unfallstelle eingesetzt. Um insbesondere den Einsatzkräften des Rettungsdienstes die ungehinderte An- und Abfahrt zu ermöglichen, war auch die Fahrbahn in Fahrtrichtung Amberg in dem betroffenen Streckenabschnitt in der Folge des Unfalls für fast vier Stunden gesperrt. Darunter auch die BRK Bereitschaft aus Lauf an der Pegnitz, die mit ehrenamtlichen Kräften bis 15 Uhr die Absicherung der Einsatzkräfte übernahm.

Der genaue Unfallhergang ist für die Verkehrspolizei Feucht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht rekonstruierbar. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sollen Sachverständige die Ermittlungsarbeit der Beamten unterstützen. Mehrere Gutachter hatten ihre Arbeit vor Ort bereits am Vormittag aufgenommen und hierbei mit Hilfe eines Hubschraubers der Bayerischen Bereitschaftspolizei Luftaufnahmen der Unfallörtlichkeit gefertigt.



Die EKO Schneefall stellt sich auf eine umfangreiche, aber auch zeitintensive Unfalluntersuchung ein. Über den weiteren Fortgang der Unfallermittlungen wird die Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken berichten, sobald in diesem Zusammenhang belastbare Aussagen möglich sind.

Gaffer aus dem Verkehr gezogen

Im Rahmen der Unfallaufnahme musste außerdem der Fahrer eines Lkw zur Anzeige gebracht werden, der mit seinem Mobiltelefon Filmaufnahmen von dem Unfallszenario gefertigt hat. Es wurde ein Bußgeld in Hohe von rund 230 Euro verhängt.

Derzeit (Stand 16:15 Uhr) dauern die Bergungsarbeiten weiterhin an. Für die Dauer der Arbeiten bleibt die Autobahn in Fahrtrichtung Nürnberg bis in die Abendstunden gesperrt. Der Verkehr wird an der vorausliegenden Anschlussstelle abgeleitet. Es wird auch weiterhin empfohlen, die BAB 6 in Richtung Nürnberg weiträumig zu umfahren.





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