Nachruf: ORMS-Chef Klaus Spörl ist tot


MÜNCHBERG/HOF. Der Gründer der privaten Rettungsdienstfirma ORMS, Klaus Spörl, ist tot. Er ist im Alter von 58 Jahren in einem oberfränkischen Hospiz an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.




Klaus Spörl gründete das Unternehmen ORMS vor fast 30 Jahren. Seit Beginn der 90er Jahre liebäugelte der Vollblutsanitäter mit der Gründung einer medizinischen Gemeinschaft. 1993 war es dann so weit und OMRS wurde als „Off-Road-Medical-Service“ ins Leben gerufen. Fortan brachte sich Spörl bei vielen Veranstaltungen ein. Darunter auch die Sahara Rallye de Tunisie. Zusammen mit Dr. Rainer Felgel-Farnholz übernahm Spörl die medizische Absicherung und Leitung.  Seit 1997 schrieb sich das Unternehmen auch internationale Patiententransporte und Auslandsrückholungen auf die Fahnenstangen. Besonders für den ADAC war das Unternehmen regelmäßig tätig.

In den weiteren Jahren wurde ORMS auch an Filmsets eingesetzt. Besonders bei Veranstaltungen mit unwegsamem Gelände, setzte man immer wieder auf Spörl und seine Spezialfahrzeuge. ORMS-Fahrzeuge war ausgestattet wie ein öffentlich-rechtliche Rettungswagen. Vom Personal bis hin zur notärztlichen Ausrüstung. Seit Februar 2008 bestand eine Zusammenarbeit mit der Integrierten Leitstelle Hochfranken. Als First Responder standen die Rettungskräfte am Standort Münchberg Tag und Nacht in Bereitschaft. Auch im Krankentransportwesen wurde ORMS eingesetzt. Zudem schaffte es Spörl mit seinem Team in das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland. ORMS stellte hier die wichtige Einsatzkomponente „Schweres Gelände“.



2013 klagte Spörl vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth gegen die Willkür und entsprechend lange Genehmigungsverfahren des Rettungsdienstzweckverbandes. Schon damals wollte er ORMS in die Wagnerstadt bringen. Ursprünglich wollte er zwei Autos in Kulmbach und zwei in Bayreuth fahren lassen. Im Laufe der Verhandlungen schraubte er seinen Anspruch auf ein Auto herunter – änderte aber nicht den Antrag. Die Stadt nahm seinen Antrag ganz genau – und verweigerte ihm vier Autos. Begründung: Vier Krankentransportautos hätten negative Auswirkungen auf den öffentlichen Krankentransport. Denn die Kostensituation im Rettungsdienst sei eng: Wenn zusätzliche Wettbewerber mitmischten, verschlechtere sich die Ertragssituation der Öffentlichen. Doch Spörl gab nie auf, erreichte einen Vergleich.

Seit dem Jahr 2018 stellte Spörl`s Unternehmen das Notarztfahrzeug Münchberg 76/1. Das Fahrzeug ist auch beim Privaten Rettungsdienst O-R-M-S in Münchberg stationiert.
Die Firma O-R-M-S beteiligte sich seit einiger Zeit an der Ausschreibung des NEF-Standorts Münchberg und gewann die Ausschreibung ab dem Jahr 2018. Vorher wurde das NEF samt Fahrer vom Roten Kreuz gestellt.



Klaus Spörl ging es seit Jahresbeginn 2020 immer schlechter. Er erkrankte an Krebs und war zuletzt in einem Hospiz in Naila untergebracht, wo er vergangene Nacht gestorben ist. Der 58-Jährige hinterlässt seine Ehefrau und eine Tochter.





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