Elf Tote in Hanau: Rechter Todesschütze hat in Bayreuth studiert


HANAU/BAYREUTH. Nach den tödlichen Schüssen in zwei Hanauer Shisha-Bars hat die Polizei den mutmaßlichen Täter leblos aufgefunden. Neben ihm lag eine weitere Leiche. Laut Informationen unserer Redaktion handelt es sich dabei um den 42-jährigen Tobias R., der in Bayreuth sieben Semester BWL studiert hat. 




Tobias R. rückte in den Fokus der Ermittler, weil Zeugen sein Autokennzeichen notierten. Wie die Polizei mitteilte, fanden Spezialkräfte den 42-Jährigen bei der Erstürmung seiner Wohnung am frühen Donnerstagmorgen leblos vor. Neben ihm lag eine weitere Leiche, laut Medienberichten die Mutter (72) des 42-Jährigen. Die Zahl der Todesopfer rund um die Vorfälle in Hanau stieg damit auf insgesamt elf. Hinweise auf weitere Täter gebe es nicht. Auch die Motivlage ist weiterhin unklar. In seinem BMW sollen die Ermittler weitere Waffen und Munition gefunden haben.

In Bayreuth studiert

Der 42-Jährige ist laut Informationen unserer Zeitung in Hanau geboren und aufgewachsen. Nach seinem Abitur soll der spätere Waffennarr und Hobbyschütze als Kriegsdienstverweigerer den Zivildienst abgeleistet haben, bevor er eine Ausbildung zum Bankkaufmann in Frankfurt absolvierte. Den Dienst an der Waffe habe er aus ethischen Gründen verweigert. Das sei laut einem damaligen Kreiswehrersatzamt-Mitarbeiter der einzige Grund gewesen, den Ersatzdienst zu leisten.

Seit dem Jahr 2000 soll R. in Bayreuth sieben Semester BWL studiert haben. Ob er noch Kontakte in der Wagnerstadt hatte, ist bislang unklar. Seine Spuren verlaufen sich seit 2006. R. gilt als bekannter Rechtsradikaler. In einem Bekennervideo, das bereits gelöscht ist, uns aber vorliegt,  äußert er sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei. Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft aufgrund von „Anhaltspunkten für eine fremdenfeindliche Motivation“ die Ermittlungen übernommen.



Elf Tote und mehrere Verletzte

Nach aktuellen Mitteilungen seien laut Polizei am Mittwochabend gegen 22 Uhr in Hanau an zwei verschiedenen Orten Schüsse gefallen. Die Polizei fahndet derzeit in Hanau mit einem Großaufgebot nach noch unbekannten Tätern. Im Bereich Heumarkt sei mindestens eine Person schwer verletzt worden, drei weitere wurden laut Hessischem Rundfunk getötet. Augenzeugen berichten, dass die ersten Schüsse an und in der Shisha-Bar „Midnight“ gefallen sein sollen. Von dort sei ein dunkles Fahrzeug davongefahren. Danach sollen die Täter in den Stadtteil Kesselstadt gefahren sein. Dort soll laut des „Hessischen Rundfunks“ dann erneut in einer Shisha-Bar geschossen worden sein. Hier soll es fünf Tote gegeben haben. Wie die BILD in einem Livestream berichtet, soll ein Schütze im Stadtteil Kesselstadt in einer Bar zunächst geklingelt und dann im Raucherbereich wild um sich geschossen haben. Die Polizei leitete sofort eine Großfahndung ein, die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf.

Eine mögliche dritte Schießerei in Lamboy bestätigte sich nicht. Die Polizei war zwar auch dort mit einem Großaufgebot vor Ort. Laut eines Sprechers der Staatsanwaltschaft sei dort aber niemand getötet worden. Es gab lediglich eine vorübergehende Festnahme. Zuvor hieß es allerdings, man fahnde nach mehreren „noch unbekannten Tätern“. Der in der Nacht in Handschellen weggeführte Mann habe nach Angaben der Polizei nichts mit der Schießerei zu tun. Zu den Hintergründen liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. In die Fahndung ist auch ein Hubschrauber eingebunden gewesen. Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei sichern das Stadtgebiet. Die Kriminalpolizei bittet um sachdienliche Hinweise zu den Ereignissen oder den flüchtigen Tätern unter der Rufnummer 06181 100-123.



 





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