Bayreuther Kreisbrandrat führt den Deutschen Feuerwehrverband


BAYREUTH/BERLIN. Nach wochenlangen Querelen in der Führungsspitze des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) ist der bisherige Präsident Hartmut Ziebs zurückgetreten. Die Geschäfte hat nun ein Oberfranke übernommen: Der Bayreuther Kreisbrandrat Hermann Schreck. 




Es sei zu unversöhnlichen Differenzen gekommen, teilte Hartmut Ziebs  im Dezember mit und kündigte seinen Rückzug zum Jahreswechsel an. „Der einzige Weg, den DFV aus der schlimmsten Krise seiner Geschichte zu führen, kann jetzt nur in einem kompletten Neustart liegen. Diesem will ich nicht im Wege stehen.” Doch Ziebs wollte auch seine fünf Stellvertreter stürzen. “Ein wirklicher Neuanfang für den Deutschen Feuerwehrverband muss zwingend mit neuem Vertrauen durch und für alle Beteiligten verbunden sein. Ein solcher Neuanfang bedarf daher auch neuen verantwortlichen Personals, gerade im Präsidium des DFV. Daher appelliere ich von dieser Stelle aus – persönliche Kommunikation besteht zwischen uns nicht mehr – an Euch Vizepräsidenten: Macht Ihr – wie auch ich – den Weg frei für einen wirklichen Neuanfang im DFV, der nur mit unser aller Amtsverzicht denkbar ist.” Doch diese sind dem Aufruf nicht gefolgt.

Ein Bayreuther an der Verbandsspitze

Einer der bisherigen Vizepräsidenten ist Hermann Schreck. Der Bayreuther Kreisbrandrat fungiert als amtierender Präsident des DFV. Er vertritt den Verband gemeinsam mit einem weiteren Vizepräsident gerichtlich und außergerichtlich. “Damit ist der DFV nach wie vor handlungsfähig”, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Die Übergangslösung kann sich nun aber hinziehen. Schreck könnte sogar bis 2021 im Amt bleiben, wenn keine  vorzeitigen Neuwahlen angestrebt werden. Denn in der Satzung des DFV gibt es keine klare Regelung.

Im Rahmen des Deutschen Feuerwehrtages in Hannover, findet aber am 20. Juni eine Delegiertenversammlung statt. Hier könnten Bewerbungen und Vorschläge vorgetragen werden. Zahlreiche Landesverbände plädieren aber bereits dafür, eine weitere Versammlung zu terminieren, weil eine Wahl im Rahmen des Feuerwehrtages zu hektisch sei.



„Ich bleibe Kreisbrandrat“

 

 

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Schreck. Gerade bei der aktuellen Mehrfachbelastung nach dem Großeinsatz in Döhlau, ihre Arbeit als KBR und amtierender DFV-Chef keine Selbstverständlichkeit. Das Interview führte Markus Roider. 



KBR Hermann Schreck mit der Siegermannschaft des oberfränkischen Erwachsenenleistungsmarsches 2019 in Wirsberg. Die Mannschaft der Feuerwehr Hannberg aus dem Landkreis Bayreuth siegte im vergangenen Jahr. Hermann Schreck hatte vor 19 Jahren diese oberfränkische Großveranstaltung mit dem Fachbereich Wettbewerbe als Vorzeigeprojekt ins Leben gerufen, organisiert und als Wettbewerbsleiter durchgeführt. Die Veranstaltung gibt erwachsenen Feuerwehrleuten die Möglichkeit, Teamgeist, fachliches Können und Geschick im Wettbewerb zu trainieren und sich im Wettbewerb zu messen. Rund 100 Staffeln nehmen jährlich an dem Event teil, das zugleich den Bezirksfeuerwehrtag darstellt. Foto: Kreisfeuerwehrverband Bayreuth

Der Werdegang von Hermann Schreck

Am 29. August 1983 ist Hermann Schreck in die Feuerwehr eingetreten. Schon fünf Jahre später wurde er zum Jugendwart bestellt und zum Gruppenführer ernannt. Zeitgleich rückte er in den Verwaltungsrat der Feuerwehr Weidenberg nach. In den Folgejahren nahm er an Übungen, Wettkämpfen und Weiterbildungen teil bis er im April 1992 Mitglied des Landesjugendfeuerwehrausschusses wurde. Im Januar 1994 hat man ihn zum federführenden Kommandanten gewählt und Schreck erhielt die Ernennung zum Zugführer des 2. Löschzuges im Landkreis Bayreuth.

Seit 1997 wurde Schreck immer wieder zum Schiedsrichter bei Wettbewerben im Landkreis Bayreuth eingesetzt. 1998 folgte die Schulung zur Abnahmeberechtigung der Deutschen Jugendfeuerwehr. Im Dezember 2000 bestellte man Schreck zum Kreisbrandmeister in der Ausbildungsinspektion, drei Jahre später wurde er als Fachberater in die UG-ÖL berufen.



15 Jahre lang Kreisbrandrat

2004 musste Hermann Schreck einige Tätigkeiten ablegen. Beispielsweise das Kommandantenamt in Weidenberg, seine Kreisbrandmeistertätigkeit, sowie die Aufgaben als Schiedsrichter und Fachberater. Grund dafür war der Amtsantritt als Kreisbrandrat zum 1. Dezember 2004. Zudem bestellte man ihn zum ÖEL, zum Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes und zum stellvertretenden Vorsitzenden des Arbeitskreises Jugendfeuerwehr. Nur ein Jahr später wurde Schreck zum Vorsitzenden des Bayerischen Feuerwehrverbandes Oberfranken gewählt. Zudem rückte er in den Verwaltungsrat des Feuerwehrerholungsheimes nach und wurde Verantwortlicher im Landesausschuss für Bayerische Feuerwehrwettbewerbe.

2008 nach Schreck an einer Schulung teil die zum Wertungsrichter bei CTIF-Jugendwettbewerben qualifizierte. Im Sommer 2009 wurde beim Deutschen Jugendfeuerwehrtag in Amberg zum Vorsitzenden des Fachausschusses „Wettbewerbe bei der DJF“ gewählt. Ferner wurde er Mitglied im Deutschen Jugendfeuerwehrausschuss. Im Januar 2010 wurde Schreck zum Führer von Feuerwehrhilfeleistungskontigenten im Landkreis Bayreuth benannt. Zum Jahresende übernahm er dann den fachbereich 5 „Kathastrophenschutz im BFV Obefranken.

Im Oktober 2011 wurde Schreck zum Vizepräsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes gewählt und 2017 ernannte man ihn dann zum ständigen Vertreter der Präsidenten. Erst zwei Jahre später wählte man ihn zum stellv. Vorsitzenden im Landesfeuerwehrverband Bayern. Seit Januar 2020 ist Hermann Schreck nun der amtierende geschäftsführende Verantwortliche im Deutschen Feuerwehrverband.





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