Bayreutherin soll ihren Freund brutal zum Oralsex gezwungen haben


BAYREUTH. Am Dienstag steht die 22-jährige Deborah G. aus Bayreuth vor Gericht. Sie soll im März 2019 ihren Lebensgefährten sexuell missbraucht und gewürgt haben. Bei einer Verurteilung droht der jungen Mutter eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. 




Deborah G. sieht sich selbst als Opfer. Seit Monaten bereits eskalierten immer wieder kleinere Streitigkeiten zwischen ihr uns ihrem Partner. Eine große Rolle spielte dabei offenbar die Drogensucht des 33 Jahre alten Lebensgefährten von Deborah G. (22). Wie die junge Mutter im Interview mit unserer Zeitung ausführte, soll ihr Freund auch gewalttätig gewesen sein.

Mehrfach sei er schon vor Gericht gestanden, sagt Deborah. Zuletzt vor drei Wochen, als es um den drohenden Widerruf seine Bewährung ging und die 22-Jährige eine Zeugenaussage dazu machen musste. Er, der Lebensgefährte, soll auch schon zwei Mal versucht haben, Deborah G. zu töten, sagt sie. Wegen Schuldunfähigkeit habe man damals aber alles eingestellt und er sei für ein Jahr in die Psychiatrie eingeweisen worden. Doch diesmal sitzt die Bayreutherin selbst auf der Anklagebank.



Vom Opfer zum Täter? 

Laut Anklage soll sie ihren Lebensgefährten Ende März zum Oralverkehr gezwungen haben, weil dieser keine Lust auf Sex hatte. „Du gehörst nur mir“, soll sie gesagt haben. Sie soll den 33-Jährigen mehrfach mit der Faust geschlagen haben. Anschließend habe sie ihn gewürgt und sich vor ihn gekniet. Sie soll ihm die Hose herunter gezogen und gegen seinen Willen Oralverkehr an ihm durchgeführt haben. „Ich soll ihm die Kehle fest zugedrückt haben“, sagt die 22-Jährige.

Er hätte nicht flüchten können, weil die Lebensgefährtin die Türe versperrte und den Schlüssel absichtlich abknickte. So soll es in der Anklage stehen, sagt Deborah. Erst die von Nachbarn alarmierte Polizei soll den 33-Jährigen befreit haben, nachdem die Beamtem die Tür aufbrachen. Laut eigenen Angaben sollen es aber die Schreie der 22-Jährigen gewesen sein, worauf eine Nachbarin aufmerksam wurde.



Deborah G. sieht keine Schuld in ihrem Verhalten und will das auch vor Gericht so aussagen, berichtet sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Ihr Freund sei es gewesen, der gewalttätig war und die Tür versperrte. Er sei nach einem missglücktem Drogengeschäft bereits mit mehreren Blessuren und Verletzungen nach Hause gekommen.

„An den Händen und im Gesicht“, sagt Deborah. Sie hätten auch Sex miteinander gehabt, „aber einvernehmlich“, sagt die 22-Jährige. Doch dann sei es wegen der Drogensucht zum Streit gekommen und sie hätte flüchten wollen. Daraufhin habe er die Tür versperrt. Bei der Polizei habe man ihr den geschilderten Sachverhalt aber nicht geglaubt.



Häusliche Gewalt an der Tagesordnung 

Mehrfach soll der 33-Jährige in der Vergangenheit bereits auf seine damals schwangere Freundin eingeprügelt haben. Er habe sie auch mit einem Messer verletzt und ihr schwere Brandwunden zugefügt, sagt Deborah. „Er hat mich fast umgebracht“. Zweimal soll er das versucht haben. Zeitweise lebte Deborah G. im Frauenhaus, wie sie sagt. Vor Gericht habe man dann „alles fallen gelassen“, weil eine psychiatrische Unterbringung angeordnet wurde.

Nach seiner Entlassung habe aber alles von vorne begonnen und gipfelte mit der angeblichen Vergewaltigung im März 2019. Die Anzeige gegen seine Freundin habe der 33-Jährige bereits zurückgezogen, sagt Deborah. Doch man verfolge das von Amtswegen weiterhin. Vor drei Wochen dann das Unglaubliche: Der angeblich Vergewaltigte machte der jetzt Beschuldigten während seiner Bewährungsverandlung einen Heiratsantrag im Gerichtssaal.

Ein Urteil zur jüngsten Verhandlung wird noch am Dienstag erwartet.

 



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