Pegnitzer Feuerwehr zieht Bilanz und stellt Imagefilm vor


PEGNITZ. Die Pegnitzer Feuerwehr ist im Bereich Öffentlichkeitsarbeit in der bayerischen Spitze zu finden. Das belegen auch die Besucherzahlen der vereinseigenen Homepage. Aber auch sonst die Floriansjünger aus Pegnitz modern und breit aufgestellt. Im Rahmen der Mitgliederjahresversammlung wurde nun auf ein spannendes Jahr 2019 zurückgeblickt und ein neuer Imagefilm vorgestellt.




Der Jahresbericht von Kommandant Roland Zahn begann, wie soll es anders sein, mit dem wohl größten Einsatz des Jahres. Der Großbrand im Pegnitzer Ärztehaus am Böllgraben forderte die Einsatzkräfte am 5. Februar 2019. 16 Stunden lang waren sie gefordert. Einsatzleiter Roland Zahn wurde damals durch eine Vielzahl von Landkreisführungskräften, an der Spitze Kreisbrandrat Hermann Schreck, bei der Einsatzkoordination, es waren nicht nur aus den näherem Umkreis von Pegnitz, sondern auch aus der Oberpfalz und aus dem gesamten Landkreis Bayreuth Feuerwehren im Einsatz, unterstützt.

Hohe Einsatzdichte

Insgesamt betrachtet, sind die Einsatzzahlen im Jahr 2019 etwas zurückgegangen. Das machte sich auch subjektiv bei den Einsatzkräften bemerkbar. Denn es war zwar ein durchschnittlich hohes Einsatzaufkommen mit 133 Alarmierungen, doch an das Rekordjahr 2018 (hier waren es 266 Einsätze) ist man natürlich nicht herangekommen. Im Vergleich: 2017 und 2016 waren es jeweils 124 Einsätze, 2015 waren es 174, 2014 kam man auf 161 und im Jahr 2013 waren es 196.

Teilweise rückte die Feuerwehr Pegnitz sogar drei oder viermal an einem Tag aus. Zu Verkehrsunfällen, Türöffnungen, Brandmeldeanlagen, Personenrettung über Drehleiter oder der Beseitigung von Ölspuren, gefährlichen Stoffen und Insektennester. Kommandant Zahn zählte insgesamt rund 2660 Einsatzstunden.



Ausbildung wird groß geschrieben

Die Einsätze sind das eine, die Ausbildung das andere: 17 Schulungsabende oder Übungen habe man im vergangenen Jahr abgehalten. Das berichtet der Kurier unter Berufung auf den Jahresbericht der Feuerwehr. Dazu kämen noch die monatlichen Atemschutzübungen unter Stephan Fleischer und Felix Lindner sowie die der Maschinisten unter Andre Popp, Heiko Lindner und Thomas Eisend. Lehrgänge an den staatlichen Feuerwehrschulen hätten dann noch mit 350 Stunden zu Buche geschlagen. Die Feuerwehrführung hielt acht Sitzungen ab. Insgesamt 500 Arbeitsstunden wurden von den Atemschutzgerätewarten erbracht, die die Geräte der umliegenden Wehren mit prüften und wieder einsatzbereit machten.

Der Übungs-Klassiker: Die Rettung eingeklemmter Unfallopfer. Foto: FW Pegnitz



Hauptamtliche Feuerwehrmänner

Bis zu seiner Festanstellung, so Zahn, habe vor allem Stephan Fleischer „unermüdlich, egal, ob Sonntagfrüh oder bis spät in die Nacht“ die Geräte geprüft. Hieraus könne man erkennen, wie wichtig es gewesen sei, die zweite Stelle des hauptamtlichen Gerätewarts zu schaffen (wir berichteten). Akribisch sei man hinsichtlich des Auftrags für ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) vorgegangen. Man bildete einen Arbeitskreis mit fünf Personen, die sich in Sachen Fahrgestell, Aufbau und Ausrüstung berieten. Zahn dankte besonders Gerätewart Walter Steger, der teils bis in die Nacht hinein die Ausschreibung durchgearbeitet und die bestmögliche Ausrüstung zusammengestellt habe. So habe man im Dezember das Fahrzeug in Auftrag geben können.

Zusammenfassend habe man 2019 circa 5400 Stunden für die Sicherheit der Bevölkerung geleistet. Im Übrigen habe sich die Anschaffung von Spezialwaschmaschine und -trockner für die Einsatzkleidung gelohnt, zumal Wehren aus dem Landkreis und den benachbarten Bezirken ihre Schutzkleidung in Pegnitz reinigen lassen. Die Zahlen würden zeigen, dass sich die Anschaffung der Geräte schon mittelfristig rechnen werde.





Neue Fahrzeuge

Bezüglich der Neuanschaffungen ging Zahn noch einmal kurz auf die neuen Fahrzeuge ein. Der neue Kommandowagen konnte im zweiten Quartal letzten Jahres in Dienst genommen werden. Das 42.000 Euro teure Fahrzeug sei vom Förderverein mit 1400 Euro bezuschusst worden. Seit August verfüge man über ein zweites Wechselladerfahrzeug. Seitdem können bei Großschadenslagen zwei Container gleichzeitig zur Einsatzstelle gebracht werden.

Im Dezember habe der Stadtrat entschieden, dass der 26 Jahre alte Rüstwagen durch einen entsprechenden Abrollcontainer (AB) ersetzt wird. Ebenso neu angeschafft werden soll ein Ersatz für das 43 Jahre alte Tanklöschfahrzeug 8/8. Die Wichtigkeit eines „AB Wasser“ habe man bei der Übung in Heroldsreuth im September gesehen, da damit die Zeit, bis lange Schlauchleitungen entstehen, überbrückt werden könne. Auch hier wird sich ein Arbeitskreis ein Bild über die Möglichkeiten machen.



Held des Jahres: Jugend-Feuerwehrmann geehrt

Aktuell zählt die Feuerwehr Pegnitz 68 Feuerwehrfrauen und -männer, darunter 13 Jugendfeuerwehrleute. Einer dieser Jugendlichen ist der 16-jährige Maximilian Schellermann.  Am 18. Juni entdecken am Nachmittag einige Schüler des Schülercafes Bartels beim Spielen, dass in einem Raum des evangelischen Gemeindehauses Flammen an einem Kinderaltar loderten. „Maxi“, wie er genannt wird, ergriff ohne zu zögern die Initiative und handelte. Er holte den Feuerlöscher aus dem Schülercafe und erstickte die Flammen.

Dank des schnellen Eingreifens von Maxi konnte schlimmeres verhindert werden, da sich auch noch eine Reinigungskraft mit ihrem Kind im Gebäude befand. Die beiden hatten noch nichts von dem Brand bemerkt. Wegen seines vorbildlichen Verhaltens wurde Maxi Schellermann von KBI Stefan Steger, KBM Daniel Failner und Kommandant Roland Zahn die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Oberfranken verliehen. Geehrt wurden aber auch weitere Feuerwehrkräfte. Unter anderem auch Michael Ringer, der bereits seit 25 Jahren Mitglied der Pegnitzer Feuerwehr ist. 



 

Von links: Roland Zahn, Maximilian Schellermann und KBI Stefan Steger.

Nachwuchs gesucht

Wer den neuen Imagefilm der Feuerwehr bis zum Ende anschaut, kriegt Gänsehaut und Lust auf Feuerwehr. So ist das zumindest gedacht. Denn gerade der Nachwuchs ist es, den eine Feuerwehr benötigt, um nachhaltig aufgestellt zu sein. Es müssen aber nicht immer nur die jungen Menschen sein, sagt Kommandant Roland Zahn. Auch Quereinsteiger seien herzlich willkommen. Melden kann man sich per email, über die Facebookseite oder man kommt einfach mal zu den Übungen. Den Übungsplan gibt es auf der Homepage der Pegnitzer Feuerwehr, die bereits mehr als 2,3 Millionen Zugriffe zählt.

 





Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.