Nürnberger Tiergarten wildert Waldrappe in Spanien aus


NÜRNBERG. Der Tiergarten der Stadt Nürnberg hat Ende 2019 vier junge Waldrappe in ein Auswilderungsprojekt an die andalusische Atlantikküste in Spanien gegeben. Bereits seit 2018 unterstützt der Tiergarten zusammen mit dem Zoobotanico Jerez das „Projecto Eremita“ und konnte so insgesamt acht im Tiergarten geschlüpfte Exemplare dieser Vogelart auswildern.




Die jungen Waldrappe werden bei dem Projekt zunächst noch einige Wochen zur Eingewöhnung in einer Auswilderungsvoliere gehalten, die störungsarm auf einem Truppenübungsplatz liegt. Nachdem Tierpfleger die Tiere in die Freiheit entlassen haben, können sie sich den mittlerweile über 100 freifliegenden Waldrappe in drei Kolonien anschließen.



Der Waldrapp (Geronticus eremita) oder auch Schopfibis war bis Mitte des 17. Jahrhunderts auch in Mitteleuropa heimisch. Die Vögel wurden jedoch nicht nachhaltig bejagt und ihr Lebensraum zerstört, so dass die Zahl der Kolonien abnahm. Bis heute haben Waldrappe nur an der marokkanischen Atlantikküste überlebt.

Der letzte wilde Waldrapp der Türkei verschwand Ende der 1980er Jahre. Seitdem kommen dort nur noch von Menschen betreute Vögel, die aus einer 1977 durchgeführten Umsiedelung hervorgingen, vor. Ein erst 2002 bei – im jüngsten Syrienkrieg zerstörten – Palmyra entdecktes Kleinstvorkommen von gerade einmal sieben Individuen ist heute wahrscheinlich erloschen.

Weltweit gibt es nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN nur noch 200 bis 250 wilde adulte Waldrappe bei abnehmender Tendenz. In Zoos leben rund 1 750 Vögel. Seit 1988 existiert für Waldrappe ein Europäisches Erhaltungsprogramm, das vom Alpenzoo Innsbruck koordiniert wird und im Rahmen dessen das Zoovorkommen wissenschaftlich betreut und verwaltet wird.





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