Nach Großeinsatz in Mögeldorf: SEK nimmt tatverdächtige Senioren fest


NÜRNBERG. Wie berichtet, hatte ein älteres Paar gestern Nachmittag (16.01.2020) durch sein Verhalten einen umfangreichen Polizeieinsatz im Nürnberger Nordosten ausgelöst. Ermittlern der Polizeiinspektion Nürnberg-Ost gelang zwischenzeitlich die Identifizierung des zunächst unbekannten Paares.




Ein älterer Mann und eine Frau hatten am gestrigen Nachmittag eine Passantin im Bereich der Landenwiesenstraße im Stadtteil Laufamholz angesprochen. Mit einem Foto hatten sie sich nach einem unbekannten Mann erkundigt und unter Vorhalt zweier Schusswaffen angekündigt, diesen niederzuschießen, falls sie ihn antreffen sollten. Anschließend hatten sie sich in den angrenzenden Wald begeben.

Nachdem sich die Passantin an die Polizei gewandt hatte, startete eine umfangreiche Absuche des Zerzabelshofer Forstes, an der zahlreiche Einsatzkräfte der Inspektionen Altdorf, Nürnberg-Ost, der Einsatzhundertschaft Mittelfranken sowie mehrere Diensthunde und ein Polizeihubschrauber beteiligt waren. Die Suchmaßnahmen waren schließlich gegen 17:00 Uhr ergebnislos eingestellt worden.

In Reaktion auf die mediale Berichterstattung meldete sich heute Morgen (17.01.2020) eine weitere Zeugin bei der Polizeiinspektion Nürnberg-Ost. Sie erklärte, dass in ihrer Nachbarschaft im Stadtteil Rehhof mit einem Foto nach einem unbekannten Mann gesucht worden war. Das betroffene Bild händigte sie der Polizei aus. Die Zeugin des gestrigen Tages konnte den Beamten anschießend bestätigen, dass es sich dabei um das Foto handelte, das auch ihr am Vortag vorgezeigt worden war.



SEK Einsatz

Ermittler der Polizeiinspektion Nürnberg-Ost nahmen daraufhin umgehend die Arbeit im Stadtteil Rehhof auf. Anhand des Fotos konnten die Beamten dabei sowohl die Straße als auch das Wohnanwesen identifizieren, aus dessen Richtung das Foto gemacht worden war. Im Zuge der weiteren Ermittlungen über das Einwohnermeldeamt stießen die Polizisten schließlich auf ein Ehepaar, das der Beschreibung der gestrigen Zeugin entsprach.

Mit einem vom Amtsgericht Nürnberg erlassenen Durchsuchungsbeschluss drangen Spezialeinsatzkräfte in den Nachmittagsstunden in die Wohnung der Tatverdächtigen ein und nahmen deren Bewohner fest. Es handelt sich um einen 71-jährigen Mann und seine 69-jährige Ehefrau. Bei der anschließenden Durchsuchung wurden drei Schreckschusswaffen aufgefunden, für die der Festgenommene den erforderlichen Waffenschein vorlegen kann.



Selbstjustiz geht nach hinten los

Der 71-Jährige zeigte sich in seiner Vernehmung geständig. Auslöser für den gestrigen Sachverhalt sollen nach seinen Angaben wiederholte verbale Bedrohung durch den weiterhin unbekannten Mann sein, der sich unter anderem regelmäßig im Bereich des betroffenen Waldstücks aufhalten soll.

Gegen das betroffene Ehepaar leitete die Polizei ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren ein. Die drei aufgefundenen Schreckschusswaffen wurden sichergestellt. Es soll außerdem überprüft werden, ob das Ehepaar für die entstandenen Einsatzkosten aufkommen muss. Die Ermittlungen nach dem unbekannten Mann auf dem Foto dauern derweil an.





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