Pegnitz: Faust-Festspiele gehören der Vergangenheit an


PEGNITZ. In Pegnitz wird es keine Faust-Festspiele mehr geben. Das berichteten zuerst die Nordbayerischen Nachrichten. Der Vorsitzende der Faust-Festspiele wirft das Handtuch und sieht die Schuld bei Anwohnern und weiteren Personen.




Die Festspiele sollten eigentlich umziehen. Vom Schl0ßberg runter auf den Hartplatz des Gymnasiums. Eine Idee von Verein und Bürgermeister Uwe Raab. Das Stadtoberhaupt führte aber schon beim ersten Ortstermin große Zweifel an. Er stufte die Beschallung des Wohngebiets als kritisch ein. Für die Schulleitung war das kein Problem, für die Anwohner schon. Bei der gestrigen Informationsveranstaltung in der Aula des Gymnasiums, kam es zu hitzigen Diskussionenk, wie die NN berichtet. Eine Anwohnerin sagte, dass alleine die Proben vom Schlossberg herab lautstark zu hören seien. Ihr Sohn hätte Angst davor, wie sie sagt.

Auch andere Anlieger stimmen der Frau zu, spenden Beifall. Der nächster Kritiker sagte, er könne die Bühnendialoge bis in seine Küche hören. Schnell war klar, die Anwohner haben etwas gegen die scheinbar lautstarke Kulturdusche. Doch es gibt weitere Veranstaltungen am Schloßberg, die mutmaßlich lauter sind. Das Woodstock-Festival „Waldstock“ zum Beispiel. Doch darum ging es gestern nicht. Auch wenn die Festspielleitung Vergleiche anstellte. Man sei leiser als Waldstock. Die Anwohner wollten davon nichts wissen, monierten den Vergleich und warfen Intendant Daniel Leistner vor, Waldstock schlecht machen zu wollen.



Anwohner lehnen auch Testphase ab

Die Festspielleitung erläuterte den Anwohnern ihre Pläne. Doch die waren schon von Beginn an kritisch eingestellt. Man ging von vollendeten Tatsachen aus, weil die Einladung zur Infoveranstaltung „blöd ausgedrückt“ war, wie Intendant Leistner berichtete. Er bat um eine Testsaison bei den Anwohnern. Doch die lehnten weiterhin ab.

Als nächstes wollte man das Konzept vorstellen, doch wegen der Haltung der Bürger, gab man frühzeitig auf. Leistner sah eine geschlossene Abneigung und wollte schon seine Sachen packen, als einige Anwohner trotzdem noch nicht abschließend „Nein“ sagten. Also wurden Folien ausgepackt und referiert. Doch die Anwohner waren nicht überzeugt. Nach weiteren 15 Minuten war das ganze beendet und  der Intendant gab das Aus für die Pegnitzer Faustfestspiele bekannt.



Finanziell musste das Festival ohnehin kommunal subventioniert werden. Die Zuschauerzahlen sind weiter gesunken. Auch im kommenden Jahr hätte man auf die Finanzhilfe der Stadt setzen müssen. „Um Defizite auszugleichen“, wie der Festspielvorsitzende Uwe Vogel der NN sagte. 4.500 Zuschauer pro Saison waren zu wenig. Vogel wollte ohnehin nicht mehr zurück auf den Schloßplatz. Bürgermeister Raab schlug noch den Flugplatz samt umliegenden Gelände vor, doch auch das war dem Verein nicht recht. Wegen der Kompostieranlage. „Das wollen die Gäste nicht riechen“, sagt Vogel.

Die Faust-Festspiele sind in Pegnitz Geschichte. Die Stadt verliert damit an Kultur, erspart sich aber wütende Anwohner und ein weiteres finanzielles Desaster.

 



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