Bayreuth: Stadthalle könnte über 85 Millionen kosten, Bauprojekt Graserschule auf Eis gelegt


BAYREUTH. Im Bayreuther Rathaus hat es gestern gleich zwei Paukenschläge gegeben.




Der erste Paukenschlag: die Kostenspirale bei der Sanierung der Stadthalle dreht sich weiter. Schätzungen gehen mittlerweile davon aus, dass das Bauprojekt rund 85 Millionen Euro verschlingen wird. Damit liegen die Kosten 30 Millionen höher als ursprünglich angenommen. Der Bauausschuss des Stadtrats zeigte sich am Dienstag (10.12.) alarmiert. Die Sorge machte sich breit, dass das Rathaus die Mehrkosten nicht gefördert bekommt und der städtische Haushalt in den kommenden Jahren schwer belastet wird. Neue Gründe für den Kostenanstieg sind im Rathaus nicht bekannt geworden. Nach wie vor werden der allgemeine Preisanstieg im Bauwesen und unerwartete Überraschungen im Sanierungsfortschritt genannt.

Den zweiten Paukenschlag im Rathaus hat es bei einem weiteren Bauprojekt in Bayreuth gegeben. Bekanntlich muss die Graserschule aufwändig saniert werden. Das monatelang erarbeitetet Konzept dafür hat der Bauausschuss am Abend aber mit acht zu sieben Stimmen erst einmal abgelehnt.



Bürgerentscheid

58.800 stimmberechtigte Bayreuther Bürgerinnen und Bürger hatteb in 71 Wahllokalen die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Doch die Bürgerentscheide zu der vom Stadtrat beschlossenen großen Sanierungslösung für die Stadthalle sind gescheitert. Weder das Bürgerbegehren gegen den Stadtratsbeschluss noch das Ratsbegehren dafür haben im Mai 2016 das erforderliche Quorum an Ja-Stimmen erreicht. Damit blieb es bei den angestrebten Planungen für die Sanierung der Stadthalle.

Dem Bürgerbegehren gegen die „große Sanierungslösung“ hatte der Stadtrat in Form eines Ratsbegehrens einen eigenen Alternativvorschlag gegenübergestellt, der den Bürgern ebenfalls zur Entscheidung vorgelegt wurde. Der Bürgerentscheid Stadthalle war daher auch mit einer Stichfrage versehen, bei der die Bayreuther mehrheitlich pro große Sanierungslösung votierten.



Laut Informationen von Radio Mainwelle wird die dringend notwendige Sanierung der Graserschule wohl noch weiter aufgeschoben. Vor allem die CSU kann sich überhaupt nicht anfreunden mit dem, was im Konzept von Baudirektorin Kelm steht. Die Stadträte fürchten, dass Schüler und Lehrer gesundheitliche Schäden nehmen, sollte bei laufendem Betrieb das von einem Pilz befallene Dachgeschoss renoviert werden. Nicht akzeptiert werden außerdem die vierjährige Bauzeit und die Kosten von über 13 Millionen Euro. Nächste Woche kommt das Thema noch einmal in den Gesamtstadtrat. Ob es bis dahin gelingt, die Bedenken auszuräumen, darf bezweifelt werden.




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