Großfahndungsmaßnahmen nach 19 Einbrüchen in wenigen Stunden


OBERPFALZ. Zwischen Freitag und Sonntag kam es zu einer außergewöhnlichen Häufung von Wohnungseinbrüchen entlang der A 3 in der Oberpfalz. Die Polizei reagierte umgehend und erhöhte die Streifenpräsenz deutlich. Sie gibt Tipps, wie man sich schützen kann und wie man sich richtig verhält.




2018 konnte die Polizei Oberpfalz mit 251 Wohnungseinbrüchen einen absoluten Tiefststand im Zehn-Jahres-Vergleich erreichen. Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Einbruchs zu werden, in der Oberpfalz also sehr gering. Am Wochenende kam es jedoch zu einer Reihe von Einbrüchen, die in kurzer Zeit verübt wurden. Grund genug, die ohnehin starken Maßnahmen zur Einbruchsbekämpfung noch einmal deutlich zu erhöhen. Besonders ist auch die Bevölkerung aufgerufen, die Augen offen zu halten und verdächtige Fahrzeuge oder Personen sofort über den Notruf 110 zu melden.

Was ist geschehen?

Über das Wochenende musste die Polizei Oberpfalz 19 Wohnungseinbrüche verzeichnen. Schwerpunktmäßig war dabei der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. betroffen, aber auch andere Gemeinden entlang der A 3, wie zum Beispiel Neutraubling, Regensburg und Wiesent. In den meisten Fällen gelangten die Täter über Terrassentüren oder Fenster im Erdgeschoss in die Wohnräume. Diese wurden zumeist mit einem Werkzeug aufgehebelt.

Überwiegend nutzten die Täter den Schutz der Dunkelheit und die Abwesenheit der Bewohner zwischen 16 und 21 Uhr. Angegangen wurden vor allem Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass die Täter blitzschnell agierten und dabei nur leicht zu transportierende Gegenstände wie Bargeld oder Schmuck mit sich nahmen.

Insgesamt ereigneten sich zwischen Freitag, 29.11.2019 und Sonntag, 08.12.2019, 36 Wohnungseinbrüche in der Oberpfalz. Bei diesen entstand ein Diebstahlsschaden von über 40.000 Euro und ein Sachschaden von über 15.000 Euro. In acht dieser Fälle scheiterten die Täter und gelangten die Täter nicht in die Wohnräume. Die Vorgehensweise spricht für das Agieren einer organisierten bzw. professionellen und möglicherweise reisenden Tätergruppierung.



Was tut die Polizei dagegen?

Besonders in der dunklen Jahreszeit ist die Oberpfälzer Polizei zur Einbruchsprävention verstärkt uniformiert, aber auch nicht wahrnehmbar in zivil in Wohngebieten präsent. Diese Maßnahmen wurden mit dem Bekanntwerden der ersten Einbrüche umgehend intensiviert.

So kamen am Freitag auch ein Polizeihubschrauber und Polizeihunde zum Einsatz. Bereits am Samstag und auch heute haben die Polizeiinspektionen ihre Fahndungstätigkeit stark ausgeweitet. Dazu erhalten sie auch Unterstützung durch geschlossene Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

Wie gehen die Täter grundsätzlich bei Einbrüchen vor?

Wohnungseinbrecher nutzen erfahrungsgemäß günstig, weil dunkel oder abgewandt, gelegene Fenster oder Türen, um diese aufzubrechen. Dazu nähern sie sich bevorzugt über rückwärtige Bereiche z.B. den Garten oder die Terrasse an die Einbruchsobjekte an und nutzen dabei in der Regel die Abwesenheit der Bewohner.

Potentielle Tatobjekte werden vorher ausspioniert z. B. durch Auskundschaften der Umgebung, Kontrollanrufe oder Sturmklingeln kurz vor dem Einbruch, um herauszufinden, ob sich jemand in der Wohnung bzw. im Haus aufhält. Vereinzelt kommt es auch zu einer persönlichen Kontaktaufnahme mit den späteren Opfern. So wird z. B. unter einem Vorwand an der Türe geklingelt (Betteln, Bitte um ein Glas Wasser etc.), um zu sehen, ob ein ungestörter Einbruch möglich ist.



Was rät die Polizei und wie kann ich mich schützen?

  • Sorgen Sie für Helligkeit im Umfeld ihres Hauses bzw. ihrer Wohnung z.B. durch Installieren eines Bewegungsmelders
  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit immer verschließen. Vorsicht: „ Gekippte Fenster sind offene Fenster“
  • Rollläden nur zur Nachtzeit geschlossen halten, um nicht tagsüber Abwesenheit zu signalisieren. Dies kann durch den Einsatz von Zeitschaltuhren oder durch Nachbarn/Angehörige erreicht werden
  • Bei längerer Abwesenheit Hinweise auf Leerstand vermeiden z.B. überquellender Briefkasten, entsprechende Mitteilung auf dem Anrufbeantworter, zugezogene Gardinen etc.
  • Bewusst auf verdächtige Personen und Fahrzeuge im Umfeld und der Nachbarschaft achten; evtl. auch Kfz-Kennzeichen, Marke und Fahrzeugtyp sowie Beschreibungen zu Personen notieren
  • Sollten Sie Zeuge eines Einbruches werden, verständigen Sie sofort über die polizeiliche Notrufnummer 110 die Polizei
  • Generell gilt: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig die 110 anrufen

Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen

Darüber hinaus verfügen die Kriminalpolizeiinspektionen Regensburg, Amberg und Weiden über speziell ausgebildete Fachberater, bei denen man sich u. a. zum Thema Einbruchschutz beraten lassen kann. Die Beamten kommen auf Wunsch auch vor Ort und geben kostenlos Tipps, wie man die Sicherheit in seinem Haus bzw. seiner Wohnung verbessern kann. Ihre Erreichbarkeit erhält man über die örtlich zuständige Polizeiinspektion.



Wie man sein Hab und Gut wirksam vor Einbrechern schützt, findet man auch im Internet unter:

www.k-einbruch.de oder

www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl-und-einbruch/einbruchsdiebstahl

Übrigens riskieren Einbrecher viel: Nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 gilt Wohnungseinbruchdiebstahl als Verbrechenstatbestand.

Die Freiheitsstrafe dafür beträgt mindestens ein Jahr bis hin zu zehn Jahren Gefängnis.




Fotonachweis: Wenn nicht anders ausgewiesen, handelt es sich um eigene Fotos der Redaktion, oder Archivmaterial von Pixabay.

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