Angst vor Drogengeschäften im Pegnitzer Wiesweiherpark


PEGNITZ. Dienstagnachmittag im Pegnitzer Wiesweiherpark. Auf dem Spielplatz befinden sich Familien mit Kindern. Direkt daneben rauchen drei Jugendliche verdächtige Substanzen. Hundert Meter weiter durchsuchen Zivilbeamte mehrere Jugendliche an der Bushaltestelle. Die Angst geht umher, im Wiesweiherpark.




Die örtliche Politik hat es sich auf die Fahnen geschrieben, den Kampf gegen die Drogen aufzunehmen. CSU-Bürgermeisterkandidat Werner Lappat schrieb kürzlich auf Facebook, dass der Wahlkampf eröffnet sei und er um Anregungen zum Drogenthema bittet. Ist das in Pegnitz wirklich notwendig? Ja, sagen einige Familien am Dienstagnachmittag vor Ort im Wiesweiherpark. Und tatsächlich: Wenn man genau hinschaut, kann man die Probleme erkennen. Neben dem Handel mit Crystal Meth, werden auch Joints geraucht.

Einer Familie ist am späten Nachmittag der Polizeieinsatz vor der Wiesweiherhalle aufgefallen. „Das ist der Schulweg unserer Kinder“, sagt die Mutter, die aber aus Sicherheitsgründen nicht namentlich in der Zeitung stehen will. Aber die Situation mache ihr Angst. Mehrere Jugendliche wurden von Zivilbeamten an die Wand der Bushaltestelle gepresst und durchsucht.

Wenige Schritte weiter, auf dem Spielplatz, standen ebenfalls drei oder vier Jugendliche. Sie haben geraucht, sagt die Frau. Nicht ungewöhnlich, auch wenn das am Spielplatz nicht gerne gesehen wird. „Aber die haben ihre beiden Hände zu einer Höhle gefaltet“, erzählt die junge Mutter weiter. Und dabei hätten sie sich immer zum Gebüsch gedreht. Später kam die Polizei dazu, da hat sich die Familie aber lieber auf den Heimweg gemacht.



Verdächtiges Treiben in allen Ecken. Foto: Privat

Zivilkräfte im Dauereinsatz

Die Polizei weiß um die Problematik und ist mit Zivilkräften und uniformierten Beamten vor Ort. Viel Öffentlichkeitsarbeit wird aber nicht betrieben. Das gefährde die Ermittlungsarbeit der Polizei, sagt Bürgermeister Uwe Raab. Ähnlich äußerte sich auch der zweite Bürgermeister Wolfgang Nierhoff. Er sei erst kürzlich am runden Tisch in Bayreuth dabei gewesen. Vertreter von Polizei, Justiz, Schulen und Jugendeinrichtungen steckten die Köpfe zusammen. Nierhoff sieht das Pegnitzer Drogenproblem aber nicht als Wahlkampfthema. Er spricht dabei von einer höheren und wichtigeren Aufgabe.



Doch falsch ist es nicht, wenn man sich wie Lappat auf die Probleme der Menschen einstellt und zuhört. Der Meinung waren auch die Familien, die am Dienstag den Polizeieinsatz beobachtet haben. Über Ergebnisse, Funde oder Festnahmen ist derzeit nichts bekannt. Da gibt es auch selten Informationen, weiß unser Polizeireporter. Meistens erst dann, wenn alles in trockenen Tüchern ist, und sich die Täter gegenseitig verraten haben, „um Strafmilderung zu bekommen“.

Zivilpolizei oder Dealer? Oftmals nicht zu erkennen. Foto: Privat



Die örtliche Polizeidienststelle ist über alles informiert. Deswegen auch die vielen Kontrollen in den letzten Tagen und Wochen. Man will Präsenz zeigen. Polizeichef Roland Schmitt sagte vergangen Woche im Kuriergespräch, dass Drogen von der gesamten Gesellschaft bekämpft werden müssten. Er ist auch bekennender Gegner der Cannabis-Legalisierung. Kein Mensch brauche Drogen, so seine Ansicht. Er habe schon zu viel erlebt, um hier eine Chance zu sehen. Cannabis sei der Einstieg ins Drogengeschäft, so Schmitt.

Bürgermeister Raab will sich aktuell nicht mehr zum Thema Drogen im Wiesweiherpark äußern. Es bestehe die Gefahr, dass man sich dadurch selbst behindert, im Kampf mit der Drogenszene.



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