Eilmeldung: 1.FC Nürnberg trennt sich von Trainer Canadi – Schutz für Benedikt Willert


NÜRNBERG. Der 1. FC Nürnberg hat Damir Canadi am Dienstag, 05.11.19, als Cheftrainer freigestellt. Sportvorstand Robert Palikuca und der Österreicher verständigten sich am Tag nach der 1:3-Auswärtsniederlage beim VfL Bochum auf ein Ende der Zusammenarbeit. Die sportliche Verantwortung übernimmt vorerst U21-Coach Marek Mintal.




„Wir haben uns nach der Rückkehr aus Bochum zusammengesetzt, die Situation selbstkritisch und ehrlich analysiert und sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass es der richtige Schritt ist, die Zusammenarbeit zu beenden“, erklärt Robert Palikuca. „Wir danken Damir Canadi und seinem Co-Trainer Erik Orie für ihren Einsatz für den Club und wünschen ihnen für ihre Zukunft alles Gute.“

Canadi: „Offenes Gespräch“

„Es war ein offenes Gespräch, in dem wir die Entwicklungen kritisch bewertet haben und am Ende der Meinung waren, dass es im Interesse des Vereins ist, der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben. Ich danke dem Verein und seinen Fans für die Zeit hier in Nürnberg und wünsche dem Club, dass er die gesteckten Ziele erreicht“, so Damir Canadi.

Marek Mintal wird das Team ab Mittwoch auf die anstehende Heimpartie gegen Arminia Bielefeld (So., 10.11.19, 13.30 Uhr) vorbereiten. Unterstützt wird der ehemalige FCN-Torjäger dabei von Co-Trainer Ahmet Koc, der ihm in der aktuellen Saison auch bei der U21 zur Seite steht.

Seit dem Morgen herrschte Aufregung am Clubgelände. Nach nur 170 Arbeitstagen stand es schlecht um den Job von Clubtrainer Camir Canadi (49). Sportchef Robert Palikuca (41) führte seit Montag mehrere Gespräche. Auch mit Kapitän Hanno Behrens. In der Nacht habe man auch Aufsichtsratschef Thomas Grethlein kontaktiert. Wurde hier bereits der Canadi-Rauswurf besiegelt?

Am Dienstagmorgen dann reges Treiben vor der Geschäftsstelle am Valznerweiher. Palikuca war vor Ort, fuhr gegen Mittag nochmal kurz weg. Dann trudelten ab 13 Uhr mehrere Spieler ein. Für 14 Uhr wurde ein Training und eine Pressekonferenz angesetzt. Zuvor kehrte Palikuca zurück, sprach mit der Mannschaft.



Fehler bei der Mannschaft gesucht

Canadi räumte nach dem Spiel in Bochum Fehler ein, allerdings keine eigenen. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Speziell in der ersten Halbzeit haben wir uns große individuelle Fehler geleistet, die uns mit 0:3 in Rückstand bringen“, sagte Canadi. Beim 0:2 war es desolat, wie sich zwei Mann in der Mauer wegducken. „Da nehme ich unseren jungen Torhüter ausdrücklich in Schutz“, sagt Canadi. Dann kam auch noch das 0:3 obendrauf. Die zweite Halbzeit war etwas besser, „dennoch war es nicht zufriedenstellend, wie wir heute agiert haben“, so der Coach weiter.

Am Dienstag musste er zum Gespräch an den Valznerweiher. Das Ergebnis ist bekannt.

Club-Torwart Willert: Lob von Fans und Gegnern, Verunglimpfung in der Presse

Während die Gegner aus Bochum am Montag den neuen Mann im Tor der Glubberer trösteten, stürzte sich eine Nürnberger Zeitung auf den jungen Mann. Als Teenie-Torwart bezeichnet, gab man ihm indirekt die Schuld am Desaster in Bochum. Benedikt Willert, der 18-jährige Keeper der Club-U-19, wurde ins kalte Wasser geworfen, kurzfristig brachte man ihn nach Bochum zur Mannschaft. Im Spiel hatte er eine Unsicherheit, parierte aber auch gute Torschüse. Seine Vordermannschaft allerdings, hat ihn im Stich gelassen. Augenscheinlich auch nach dem Abpfiff. Die Spieler holten sich unterdessen ihren Anschiss von den mitgereisten Ultras ab. Zehn Minuten lang geigte der Anführer den Spielern die Meinung, die gebannt zuhörten.

Willert machte seine Sache gut. Für die Schlagzeile „Club-Teenie Willert patzt – Bochum führt jetzt 3:0“ erntete sie Zeitung Kritik. Die Fans standen geschlossen hinter ihrem „Bene“ Willert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.