Mitgliederschwund in Neutraubling: Feuerwehr verteilt Eimer für den Notfall


NEUTRAUBLING. Dass Vereine spartenübergreifend mit Mitgliederschwund zu kämpfen haben, ist seit Jahren zu erkennen. Doch anders als bei Sportvereinen, wird es bei kleiner werdenden Freiwilligen Feuerwehren und ehrenamtlichen Sanitätsbereitschaften zu einer Bedrohung. Die Feuerwehr in Neutraubling (Oberpfalz) zieht jetzt die Notbremse und versucht die Bürger wachzurütteln.




Die Floriansjünger haben Eimer verteilt. Löscheimer. Damit man sich im Brandfall selbst helfen kann. Nicht ganz ernst gemeint natürlich. Aber diese Werbeaktion soll Mitglieder rekrutieren. Die Idee mit den Löschkübeln stammt von der Feuerwehr Vallstedt. Um das Interesse potentieller neuer Mitglieder auf die Freiwillige Feuerwehr zu richten, hatte es daher in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar 2013 ein „Geschenk“ an so gut wie alle Haushalte in den Ortschaften Alvesse und Vallstedt gegeben – „vornehmlich an solche, die mit der Feuerwehr noch nicht in direktem Kontakt stehen“, sagt die Feuerwehr Vallstedt.

Ein sogenannter „Haushalts-Löschkübel“ ist vor die Haustüren von fast allen Haushalten gestellt worden. In jedem der „Löschkübel“ steckte ein Informationsblatt, das den Hintergrund dieser Aktion näher beschreibt. Und auch in Neutraubling will man sich diese Idee jetzt zu Nutzen machen. „Mit unserer Werbeaktion wollen wir auf die ehrenamtliche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Neutraubling aufmerksam machen und hoffen, dass Sie sich die Zeit nehmen und von unserem Infokuvert begeistern lassen“, schreibt die Wehr auf Nachfrage.



Kommandant Manuel Odwody hat Probleme bei der Fahrzeugbesetzung. Von knapp 14.000 Einwohnern stehen gerade einmal 40 Aktive der Feuerwehr zur Verfügung. Und im Einsatzfall sind diese nicht immer einsatzfähig. Der eine arbeitet und kann nicht weg, meist sogar außerhalb des Schutzbereiches. Andere sind krank, oder besitzen keinen gültigen Führerschein für die großen Fahrzeuge. Zumindest dieses Problem wurde aber durch die Politik entschärft. Durch den Feuerwehrführerschein.

Feuerwehrführerschein als Anreiz

Durch diese Maßnahme soll das Interesse für ehrenamtliche Tätigkeiten bei freiwilligen Feuerwehren geweckt werden. Denn um einsatzfähig für den Brandschutz zu sein, benötigt man neben den Fahrzeugen, die meist eine zulässige Gesamtmasse über 3,5 Tonnen und bis zu 7,5 Tonnen haben, auch entsprechende Fahrer, um diese zu steuern. Neben der bisherigen „kleinen“ Fahrberechtigung für Einsatzfahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 4,75 Tonnen wurde also eine „große“ Fahrberechtigung für Einsatzfahrzeuge bis zu 7,5 T (inkl. Anhänger) geschaffen. Die Fahrberechtigungen gelten jedoch nur für das Führen von Einsatzfahrzeugen zu Einsatz-, Übungs- und Ausbildungszwecken. Privatfahrten sind ausgeschlossen.

Die Feuerwehr Neutraubling bittet zu einer Infoveranstaltung am 15. November 2019 um 18 Uhr im Gerätehaus in der Berlinerstraße 1. Ein wichtiger Termin, geht es doch um die Sicherheit von uns allen. 

 





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