Halloween 2019: Die Polizei zieht Bilanz


BAYERN. Insgesamt betrachtet, war es nicht schlimmer oder friedlicher als sonst. Dennoch gab es einige kuriose Einsätze. Vor allem in Mittelfranken war sehr viel los. In Oberfranken wurde kein erhöhtes Auskommen gemeldet. Die Dienststellen hatten wir nur einzelne Störungen, über die wir bereits berichteten. 




Oberpfalz meldet 174 Einsätze

Im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz musste die Polizei zu mehreren Halloween-Einsätzen ausrücken, wobei der Schwerpunkt mit 60 Einsätzen in Regensburg lag. Ob diese Einsätze allerdings alle der Halloween-Nacht zuzuschreiben sind kann nicht gesagt werden. Für die Zeit von Donnerstag, 31.10.2019, 19.00 Uhr bis Freitag, 01.11.2019, 07.00 Uhr, wurden von den einzelnen Polizeiinspektionen insgesamt 114 Einsätze gemeldet. Aufgrund der Nachmeldungen der einzelnen Inspektionen bis 07.30 Uhr erhöhten sich die Zahlen.

Insgesamt 19 Körperverletzungen wurden gemeldet. Dabei wurden 18 Personen leicht und eine Person mittelschwer verletzt.Sachbeschädigungen wurden insgesamt fünf gemeldet. Der Gesamtsachschaden beträgt hierbei 2.100,– €. Die Beamten wurden zu insgesamt 35 Ruhestörungen gerufen. Weiterhin wurden von den Beamten in der Nacht noch neun Verkehrsunfälle bearbeitet. Dabei wurden insgesamt drei Personen leicht verletzt. Der Gesamtschaden beträgt ca. 9.100,– €uro.

Mittelfranken hatte viel zu tun 

Das Polizeipräsidium Mittelfranken zieht eine nüchterne Bilanz zum Einsatzgeschehen am 31.10.2019 (Reformationstag) und 01.11.2019 (Allerheiligen). Insgesamt rückte die mittelfränkische Polizei zu 185 Einsätzen mit Bezug zu „Halloween“-Feierlichkeiten aus.

In 44 Fällen waren Ruhestörungen die Ursache des Einsatzes. Bei elf Körperverletzungsdelikten wurden zehn Personen leicht und eine Person schwer verletzt. Lediglich neun Sachbeschädigungen wurden zur Anzeige gebracht. Es ereigneten sich sieben Verkehrsunfälle, bei welchen zwei Personen leicht verletzt wurden.



Facebookparty läuft aus dem Ruder

Bei einem Einsatz im westmittelfränkischen Emskirchen (Lkrs. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim), am späten Abend des 31.10.2019, eskalierte eine private Halloweenfeier, zu der vermutlich über soziale Netzwerke eingeladen wurde. Dieser Einladung folgten etwa 150 Gäste. Nachdem es zu zahlreichen Beschwerden der Nachbarn wegen lauter Musik und weiteren Ruhestörungen kam, rückte die Polizei mit mehreren Streifen an. Als sich die alkoholisierten Gäste auch nach mehrmaligen Belehrungen nicht einsichtig zeigten, stellte die Polizei die Musikanlage sicher und löste die Party auf. Ein 19-jähriger Heranwachsender weigerte sich zu gehen und musste deshalb in Gewahrsam genommen werden. Im Anschluss daran wurde er ausgenüchtert. Den Veranstalter der Party, einen 16-jährigen Jugendlichen aus Emskirchen, erwartet nun eine Ordnungswidrigkeitenanzeige.

Plötzlich die Handbremse gezogen

Während der Heimfahrt zweier Gäste einer Halloweenparty entwickelte sich in der Nacht zu Allerheiligen auf der BAB 73 eine verbale Streitigkeit. In dessen Verlauf zog der 26-jährige Beifahrer auf Höhe Erlangens, bei einer Geschwindigkeit von ca. 65 km/h, plötzlich die Handbremse. Der schnellen und richtigen Reaktion des Fahrers ist es zu verdanken, dass er den von ihm geführten BMW unter Kontrolle bringen und so einen Verkehrsunfall verhindern konnte. Anschließend stieg der alkoholisierte Beifahrer aus dem Fahrzeug, lief mittig auf die Fahrbahn der Autobahn und versuchte andere Verkehrsteilnehmer anzuhalten. Nachdem der Mann zudem noch dunkle Kleidung trug und entsprechend maskiert war, kam es nur mit viel Glück nicht zu einem Zusammenstoß mit dem nachfolgenden Verkehr. Unter anderem konnten zwei aufmerksame Lkw-Fahrer die Person rechtzeitig erkennen und entsprechend ausweichen. Der Mann muss sich nun wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung verantworten. Der BMW-Fahrer setzte seine Heimfahrt in den Bamberger Landkreis alleine fort, während sein Bekannter nach Abschluss der polizeilichen Sachbehandlung öffentliche Verkehrsmittel nutzen musste.



Täuschend echte Waffe dabei

Foto: Polizei

Bei einer Personenkontrolle am Bahnhof links der Pegnitz in Lauf an der Pegnitz (Lkrs. Nürnberger Land) wurde bei einer 16-jährigen Jugendlichen am Abend des 31.10.2019 die Nachbildung eines automatischen Sturmgewehres (siehe Lichtbild im Anhang) festgestellt. Die 16-jährige hatte die Anscheinswaffe zu einem Trinkgelage mit mehreren Personen mitgebracht. Ihren Angaben nach wäre das Gewehr Teil ihres Kostüms, welches allerdings nicht zwingend nach Halloween ausgesehen hat. Nach eindringlicher Belehrung über die Gefahren des Führens eines solchen Gegenstandes außerhalb des eigenen befriedeten Besitztums – zumal noch im Dunkeln, wo die Erkennbarkeit deutlich erschwert ist – wurde die Anscheinswaffe sichergestellt. Die junge Dame erwartet eine Anzeige nach dem Waffengesetz.


Bilanz aus Unterfranken

Ohne besondere Vorkommnisse verlief die Nacht zum 01. November im Regierungsbezirk Unterfranken. Die Polizei hatte den einen oder anderen Einsatz mehr zu bewältigen, allerdings hielten sich nach jetzigem Stand Sachbeschädigungen, Ruhestörungen oder auch Körperverletzungen in Grenzen. Ein erster Überblick über das Halloweengeschehen weist unter anderem 7 Körperverletzungsdelikte, 9 Sachbeschädigungen und 20 Ruhestörungen aus. Bei den Sachbeschädigungen ging es wie auch in den Vorjahren um Schmierereien, Eier, die an Hauswänden landeten oder beschädigte Fahrzeuge. Körperverletzungen ereigneten sich beispielsweise im Zuge von Veranstaltungen. Hier war nicht selten zu viel Alkohol bei den Beteiligten im Spiel.



Blickt man in die Regionen finden sich einige Beispiele für typische Einsätze in dieser Nacht:

In Sand am Main und in Kitzingen landeten rohe Eier an Hauswänden. Im letztgenannten Fall beschmutzten drei Schüler im Alter von 11 und 12 das Haus und wurden dabei beobachtet. Sie konnten wenig später von einer Polizeistreife in der Kitzinger Siedlung gestellt werden. Die drei müssen nun für den angerichteten Schaden aufkommen, sie sind strafunmündig. In Bad Kissingen kam es zu mehreren Sachbeschädigungen bzw. Diebstählen an Pkw. An bisher vier geparkten Fahrzeugen wurden Kennzeichen abgerissen. In Ochsenfurt wurde die Hauswand eines Anwesens in der Oberen Boxgasse mit schwarzer Farbe besprüht. Der Reinigungskosten belaufen sich auf ca. 400 Euro.

Für einige wenige der Feiernden dürfte die Nacht zum 1. November somit auch in unangenehmer Erinnerung bleiben, weil gegen sie Ermittlungsverfahren eingeleitet werden mussten. Ein ausdrückliches Lob sprechen die unterfränkischen Ordnungshüter der weit überwiegenden Mehrheit aus, die Halloween zwar ausgelassen, allerdings so gefeiert haben, dass sie mit dem Gesetz nicht in Konflikt gekommen sind und niemanden geschädigt haben.

Vor allem die zahlreichen Gruppen unserer kleinsten Halloweenfreunde, die in Begleitung von Erwachsenen durch die Straße liefen, hatten sicher ihre Freude und hoffentlich eine gute Ausbeute an Süßigkeiten.





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