Unwetter richten massive Schäden an


BAYERN. Ein schweres Unwetter mit Sturm, Hagel und Starkregen entlud sich am Sonntagabend über weiten Teilen des Bundesgebietes. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor eine Unwetterwarnung herausgegeben. Auch Bayern-Reporter hatte gewarnt.




Ausreichend Energie und Labilität, ordentlich Dynamik (gutes Windprofil und starker Wind in der Höhe) und später ein Kurzwellentrog, der als Auslöser dienen kann – all das ist vorhanden. In einigen Landesteilen wüten derzeit auch schon erste starke Gewitter, teils mit Unwetterpotential. Einige Modelle haben vor allem vom Abend bis in die Nacht hinein Gewitter für unsere Region im Gepäck. Aufgrund des guten Setups (wie bereits erwähnt), besteht die Möglichkeit, dass sich heute gut organisierte, langlebige Gewitter bilden. Von Superzellen bis hin zu in Linie angeordneten Gewittern ist alles möglich. Aufgrund des starken Höhenwindes besteht die Hauptgefahr dann in Form von schweren – bis hin zu orkanartigen STURMBÖEN. Bei einer solchen Ausgangslage wie heute ist natürlich auch eine gewisse Tornadogefahr vorhanden. (Wetterexperte Christopher Pittrof)



 

Während Oberfranken weitgehend verschont blieb, obwohl spektakuläre Wolkenbilder zu sehen waren (siehe Foto), traf es besonders Unter – und Mittelfranken sowie Teile der Oberpfalz. In Hessen hat offenbar sogar ein Tornado massive Schäden angerichtet. In Landkreis Roth ist die Rede von einer Downburst, einer schweren Gewitterfallböe. Oberfrankenweit kam es wohl einzig in Bad Steben vorübergehend zu einem Stromausfall. Hier schlug laut Polizei ein Blitz in einen Strommast ein. Rund um Naila waren einige Einsätze wegen abgebrochener Äste und Bäume zu verzeichnen.

Oberpfalz

Bei der Einsatzzentrale der Oberpfälzer Polizei gingen binnen kürzester Zeit zahlreiche Meldungen ein. Ursächlich waren zumeist überflutete Straßen oder umgestürzte Bäume. Einzelne Straßen mussten aus diesen Gründen sogar kurzfristig gesperrt werden. Drei Verkehrsunfälle sind auf die Auswirkungen des Sturms zurückzuführen, dabei wurde eine Person leicht verletzt. „Über eine Schadenshöhe kann keine Aussage getroffen werden“, sagte ein Sprecher. Insgesamt wurden bei der Polizei in der Oberpfalz 38 Einsätze registriert. Das Wetter beruhigte sich hier gegen 21:15 Uhr wieder.



Unterfranken

Gegen 18:30 Uhr begannen die unterfränkischen Telefone der Einsatzzentrale der Polizei sowie der Integrierten Leitstelle heiß zu laufen. Die Polizei am Bayerischen Untermain zählte alleine 96 Einsätze aufgrund des Unwetters, welches eine Schneise der Verwüstung durch den Landkreis Aschaffenburg zog. Die Gemeinden Karlstein, Kahl am Main, Alzenau und Schöllkrippen waren besonders betroffen. Zahlreiche Alarmanlagen lösten optischen und akustischen Alarm aus, umgestürzte Bäume lagen auf Fahrbahnen, Keller standen unter Wasser und ein Kamin stürzte unter dem Druck der Windmassen ein.

Die A45 musste bis Mitternacht voll gesperrt werden. Zahlreiche Bäume blockierten die Fahrbahnen und die Wassermassen machten die Autobahn unbefahrbar. Auch die Polizeiinspektion Alzenau wurde durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen. Das Dach der Inspektion wurde teilweise abgedeckt. Regenwasser drang in die Dienststelle ein. Die Schadenshöhe muss erst noch beziffert werden.



Röthenbach an der Pegnitz

Mittelfranken

Die Polizei in Nürnberg registrierte rund 230 Einsätze, die auf das Unwetter zurückzuführen sind. Während im Landkreis Nürnberger Land „nur“ Straßen unter Wasser standen (siehe Foto der unter Wasser stehenden Bayernstraße in Röthenbach), Bäume umknickten und kleinere Hütten umfielen, traf es besonders die Region um Roth herum.

Bei Unterheckenhofen waren rund 400 Fahrgäste über Stunden in einem ICE gefangen. Bäume hatten die Oberleitung beschädigt. In dem stromlosen Zug funktionierten weder Lüftung, noch Toiletten. Das BRK versorgte die Fahrgäste, die erst nach Mitternacht evakuiert werden konnten, als endlich Ersatzbusse eintrafen.

An der Mittelschule in Roth wurde das Dach abgedeckt, ebenso bei einigen Reihenhäusern und beim Bauhof in Treuchtlingen. Verletzt wurde offenbar niemand.



Meldung der Stadt Nürnberg

Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) beseitigt am heutigen Montag, 19. August 2019, die Sturmschäden des gestrigen Sonntags. Ein Unwetter hat vor allem im Süden Nürnbergs für etliche abgebrochene und entwurzelte Bäume gesorgt. Durch die Aufräum- und Säuberungsarbeiten kann es im Stadtgebiet zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr und zu Teilsperrungen in Grünanlagen kommen.  Die Aufräumarbeiten werden den ganzen Tag in Anspruch nehmen und voraussichtlich erst am Abend abgeschlossen sein. Baumkontrolleure untersuchen im gesamten Stadtgebiet Bäume auf Sturmschäden wie Astbruch, angehobene Wurzeln und Stammrisse. Wer Baumschäden in öffentlichen Parkanlagen oder an Straßenbäumen entdeckt, wird gebeten, diese Information an das Sör-Servicetelefon unter 09 11 / 2 31-76 37 weiterzugeben.

Nürnberger Stadionbad geschlossen

Infolge des Unwetters bleibt auch das Stadionbad in der Hans-Kalb-Straße 42 vorübergehend geschlossen. Der Badebetrieb wird frühestens ab Donnerstag, 22. August 2019, wieder aufgenommen. Starkregen und Hagel haben mehrere Bäume entwurzelt und zahlreiche Äste abgebrochen und über das Gelände und die Schwimmbecken verteilt. Über die weitere Entwicklung und die Wiedereröffnung der Schwimmanlage informiert NürnbergBad im Internet unter www.nuernbergbad.de<http://www.nuernbergbad.de/>.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.