Ohne AdBlue unterwegs: Polizei zieht osteuropäische Laster aus dem Verkehr


VELBURG/NEUMARKT. Beamte der Autobahnpolizeistation (APS) Parsberg deckten vergangene Woche erneut im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle eine manipulierte Abgasreinigungsanlage an einer Sattelzugmaschine mit kroatischer Zulassung auf. Gegen den serbischen Kraftfahrer sowie Halter bzw. Unternehmer wird wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesfernstraßengesetz ermittelt, verbunden mit der Aussprache einer Nachforderung der Mautgebühr.




Die Kontrolle des Sattelzuges erfolgte auf dem Parkplatz „Maierholz“ im Gemeindebereich Velburg in Fahrtrichtung Passau. Bei Überprüfung der Bordelektronik der Sattelzugmaschine stellten die Beamten funktionsuntüchtig gemachte Sicherungen fest. So wurde an einer Sicherung der Sicherungsfuß abgezwickt. Zudem bestand durch Einbau eines Zusatzmoduls ein mutwilliger Eingriff in den Programmierungsvorgang der Motorsteuerung um diesbezügliche Fehlermeldungen zu unterdrücken.

Diese mutwilligen Veränderungen wurden vorgenommen, um die Zugabe des AdBlue in den Abgasstrom außer Kraft zu setzen. Der Unternehmer erspart sich hierdurch die Anschaffungskosten für die AdBlue-Flüssigkeit sowie die Erhebung höherer Mautgebühren. Die Vornahme einer solchen Manipulation führt zu einer anderen Klassifizierung als der angemeldeten Schadstoffklasse und entspricht nicht mehr der Einstufung in die entsprechende Emissionsgruppe zur festgesetzten Mautgebühr.



Nach Rücksprache mit der zuständigen Verfolgungsbehörde wurde für die vorliegende Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesfernstraßengesetz eine Sicherheitsleistung im unteren vierstelligen Eurobereich erhoben.

Zur Gewährleistung einer Nachforderung der entgangenen Mautgebühr erfolgt zudem eine Mitteilung an die zuständige Behörde. Im vorliegenden Fall dürfte sich der Unternehmer auf Grund der Softwaremanipulation Kosten im unteren vierstelligen Bereich „erspart“ haben.

Zur Beweissicherung der vorgenommenen vorsätzlichen Veränderungen an der Abgasreinigungsanlage sowie zur Behebung der Manipulationen wurde die Sattelzugmaschine zu einer Fachwerkstatt verbracht. Nach Wiederaktivierung des AdBlue-Dosiermoduls und Behebung des mutwilligen Eingriffs in den Programmierungsvorgang konnte der Chauffeur seine Fahrt fortsetzen.



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