Bayreuther TV-Polizist erhält Geldstrafe


BAYREUTH. Für seine Pfefferspray-Attacke vom 1. Juli 2018 bekam der Bayreuther TV-Polizist Christian G. (46) jetzt eine saftige Geldstrafe. Die Staatsanwältin wollte mehr, forderte eine Gefängnisstrafe, die das Ende seiner Polizeilaufbahn bedeutet hätte.




Das Verhalten des Polizisten war vollkommen überzogen, so kann man die Anklageschrift wohl am besten zusammenfassen. Und Richter Holger Gebhard sah hier eine grundsätzliche Übereinstimmung. Ohne zwingenden Grund und vor allem ohne jede Warnung, habe der Beamte willkürlich mit seinem Pfefferspray herumgesprüht.

Es war der Tag, als die Russen das WM Halbfinale erreichten und auf dem Hohenzollernring feierten. In den Videos, die schon damals an unseren Chefreporter versendet wurden, war die Beweislage eindeutig. Sie wurden auch in der Verhandlung abgespielt. Der Beamte gab ab an, sich bedroht gefühlt zu haben. Das berichtet auch der Kurier und zitiert aus dem zweiten Verhandlungstag.

 



Revision möglich 

Doch genau das Gegenteil beweist das Video. G. versprühte willkürlich und ohne Grund. Der Beamte, der schon bald 30 Dienstjahre auf dem Buckel hat und auch bei der USK tätig war, spricht von einem seiner gefährlichsten Einsätze. Da runzelten aber sogar seine Kollegen auf der Zuschauerbank die Stirn.

Ob das Urteil rechtskräftig wird, ist noch unklar. Sowohl die Verteidigung, als auch die Staatsanwaltschaft können noch Berufung oder Revision einlegen. Dazu wollte sich aber am Verhandlungstag niemand äußern. Mit einer Geldstrafe ist G. gut bedient, war es doch offenbar nicht sein erster Fehltritt, wie Bayern-Reporter erfahren konnte.



Bekannt aus dem Fernsehen und einer Drogengeschichte 

Der heute 46-jährige Beamte ist nicht unbekannt, spielte schon bei den Rosenheim-Cops und K11 mit. Sein Künstlername: Chris Van Varenberg. Im Internet verkauft er Fitnessprodukte und ist bereits vorbestraft. 2017 stand er vor Gericht, weil er mit Drogen gehandelt haben soll. Davor war er drei Jahre lang suspendiert. G. soll in Uniform damals Drogenkuriere gesichert und Geld kassiert haben. In seiner Luxuswohnung habe man illegale Munition gefunden und „heikle Abfragen“ aus dem Polizeicomputer, wie 2017 die BILD berichtet hatte.

Bereits damals kassierte der Beamte eine Geldstrafe in Höhe von 2.000 Euro wegen der Munition. Die weiteren Anklagepunkte wurden fallen gelassen.

Seine Karriere dürfte auf jeden Fall einen Knick haben. Auf Nachfrage wollte sich der Beamte am Donnerstag Abend nicht mehr äußern.



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