Nach Einsatz im Ankerzentrum: Solidarische Flüchtlinge machen sich auf den Weg zur JVA


SCHWEINFURT UND GELDERSHEIM, LKR. SCHWEINFURT. Offenbar aus Sorge um einen inhaftierten Mitbewohner (wir berichteten) haben sich rund 40 Bewohner der ANKER-Einrichtung auf den Fußweg in Richtung Justizvollzugsanstalt gemacht. Die Polizei ist mit starken Kräften vor Ort und begleitet den Aufzug in Richtung Schweinfurt.


Einem 29-jährigen Bewohner der ANKER-Einrichtung wird vorgeworfen, am Dienstagabend (18.6.2019) einen Mitbewohner mit einer abgebrochenen Glasflasche verletzt zu haben. Die Schweinfurter Polizei nahm den dringend Tatverdächtigen vorläufig fest. Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr soll der 29-Jährige dann das Zimmer seines Kontrahenten betreten und den Schlafenden mit einer abgebrochenen Glasflasche im Gesicht verletzt haben.

Als die ersten Streifenbesatzungen am Einsatzort eintrafen, fehlte von dem Angreifer zunächst jede Spur. Während der Fahndung konnte der Beschuldigte vom Sicherheitsdienst noch auf dem Gelände der ANKER-Einrichtung ausfindig gemacht und den Beamten übergeben werden. Er verbrachte die folgende Nacht in einem Haftraum der Polizei. Der verletzte 26-Jährige kam ins Krankenhaus, konnte jedoch nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden.

Untersuchungshaft angeordnet

Die weiteren Ermittlungen in dem Fall hat inzwischen die Kriminalpolizei Schweinfurt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt übernommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Tatverdächtige am Mittwochnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete gegen den Beschuldigten die Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts der gefährlichen Körperverletzung an. Er sitzt inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt ein.

Offenbar sind sich die übrigen Bewohner nicht über den Verbleib des Tatverdächtigen bewusst und deshalb in Sorge um ihn. Die Schweinfurter Polizei versucht aktuell, die Bedenken aus dem Weg zu räumen, was sich aufgrund der hohen Emotionalität der Beteiligten sowie der Notwendigkeit des Einsatzes von Dolmetschern jedoch schwierig gestaltet. Die rund 40 Bewohner haben sich am späten Mittwochnachmittag offenbar auf den Weg in Richtung Justizvollzugsanstalt gemacht, um sich hinsichtlich des Wohlergehens des 29-Jährigen zu vergewissern.

Polizei mit starken Kräften im Einsatz

Der Aufzug, der sich von der ANKER-Einrichtung Geldersheim auf den Weg in Richtung Justizvollzugsanstalt Schweinfurt gemacht hatte, hat sich inzwischen aufgelöst. Zu gewaltsamen Ausschreitungen kam es nicht. Den Einsatzkräften ist es gelungen, die Situation mit starker Präsenz und kommunikativen Mitteln zu lösen.

Die Polizei kontrolliert aktuell noch Personen, die an dem Aufzug teilgenommen haben. Die Polizeiinspektion Schweinfurt wurde während des Einsatzes tatkräftig von den Operativen Ergänzungsdiensten Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt, der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck, der Kriminalpolizei Schweinfurt sowie Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt.

Darüber hinaus stand die Polizei während des Einsatzes auch in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt, der Leitung der Justizvollzugsanstalt sowie der Regierung von Unterfranken.

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