Gartenparty in Kulmbach eskalierte: Auch Sanitäter attackiert und Rettungswagen beschädigt


KULMBACH. Zunächst hatte man friedlich gefeiert. Als ein Partygast zudringlich wurde, erhitzte sich die Stimmung und es kam zur Schlägerei. Für zwei Beteiligte endete der feucht-fröhliche Abend im Polizeigewahrsam bzw. im Krankenhaus.


Gegen 23:50 Uhr erreichte die Kulmbacher Polizeiinspektion ein Anruf aus dem Ortsteil Spiegel, dass es infolge einer Party zu einer Schlägerei gekommen war. Als die erste Streife an der angegebenen Adresse ankam, traf sie auf mehrere Personen, die zum Teil deutliche Verletzungen an Kopf und Händen aufwiesen. Wie sich nach langer und umständlicher Klärung heraus stellte, hatte man im Garten des Privatanwesens gefeiert und in ausgelassener Stimmung dem Alkohol zugesprochen.

Als ein 27-jähriger Mann aus dem Kulmbacher Landkreis der Gastgeberin seine unsittliche Aufwartung machte, rief ihn ein weiterer anwesender 20-jähriger Gast deutlich und handgreiflich zur Räson. Hieraus entwickelte sich eine handfeste Keilerei, bei der auch eine Glastür zu Bruch ging und nicht unerhebliche Verletzungen bei den beiden Kontrahenten hervor rief. Der anschließende Rettungsdiensteinsatz und der Transport ins Krankenhaus hätten die Situation eigentlich beenden können, wäre der ursprüngliche Störenfried zur Ruhe gekommen. Dies war jedoch nicht der Fall.

Sanitäter attackiert und Rettungswagen zerlegt

Der alkoholisierte Mann nutzte auch in Anwesenheit der Polizei jede Gelegenheit, den Streit mit den übrigen Anwesenden fortzuführen. Als er sich im Rettungswagen befand, und eigentlich behandelt werden sollte, ließ er seine Aggression dann am Sanitäter aus, der nur durch eine blitzschnelle Reaktion einen Faustschlag abwehren konnte. Nun legten ihm die Beamten erneut Handschellen an, die jedoch zunächst auch keine „beruhigende Wirkung“ zeigten. Vielmehr nutzte er diese dazu, die Verkleidung des Rettungswagens damit zu beschädigen.

Da die Beamten und die Sanitäter alle Hände voll zu tun hatten, konnten sie nicht verhindern, dass die übrigen Partygäste, die einem Platzverweis beharrlich nicht nachkamen, die Situation nochmals versuchten „auf ihre Weise“ zu klären. So kam es in Anwesenheit der Polizei noch zu einem Fußtritt eines 21-jährigen Mannes aus Kulmbach gegen den 20-jährigen selbst ernannten „Ordnungshüter“.

Für den 21-Jährigen führte der Weg direkt in die Haftzelle, der 27-Jährige musste noch einen „Umweg“ über das Krankenhaus in Kauf nehmen, wo eine Behandlung seiner Schnittwunden nur unter „tatkräftiger“ Anwesenheit der Polizei möglich war. Im Anschluss bezog auch er sein Bett zur Ausnüchterung in staatlicher Obhut. Die Bilanz des unrühmlichen Endes des Partyabends: Insgesamt sechs Strafanzeigen wegen sexueller Belästigung, mehreren Körperverletzungsdelikten und Sachbeschädigung.

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