Fotografieren von Kindern im Ortsteil Frauenaurach – Fotografin ermittelt


ERLANGEN. Zu Beginn der Woche teilten mehrere besorgte Eltern der Erlanger Polizei einen Vorfall vom Freitag, den 03. Mai, mit, wonach mehrere Kinder in der Mittagszeit im Bereich der Brückenstraße im Ortsteil Frauenaurach von zwei Frauen fotografiert worden sind. Auch am folgenden Montag sollen wiederum durch die beiden Frauen Kinder fotografiert worden seien. Diesmal aus dem weißen Lieferwagen heraus. Durch die Erlanger Polizei wurden unverzüglich nach der ersten Mitteilung offene und verdeckte polizeiliche Maßnahmen zur Ermittlung der möglichen Tatverdächtigen sowie zur Überwachung des Schulweges eingeleitet.


Im Zuge der Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass Informationen zum Teil vom HörenSagen ungeprüft in den sozialen Medien eingestellt und weitergeleitet wurden. Auch ein in den sozialen Medien kursierender Elternbrief wurde an eine Zeitungsredaktion versandt, indem von mehreren Fällen die Rede ist. Hierin wurden betroffene Eltern aufgefordert sich zu „organisieren“ und die Kinder auf ihrem Schulweg zu überwachen. Dieser Brief wurde allerdings nicht an die Erlanger Polizei zu Ermittlungszwecken gesandt; ebenso wurde die Erlanger Polizei nicht unmittelbar nach den jeweiligen Vorfällen informiert.

 

Daraus entstand für die weiteren Ermittlungen ein nicht unerhebliches Informationsdefizit. Zusätzlich wurden die Ängste der betroffenen Eltern durch viele, auch falsche, Einträge in den sozialen Medien noch gesteigert. Diese gipfelten unter anderem in mehreren irreführenden Mitteilungen über mögliche verdächtige Fahrzeuge an die Polizei. All diese Mitteilungen wurden umgehend mit negativem Ergebnis durch die Polizei überprüft. Die polizeilichen Ermittlungen führten nun zu einer 50-jährigen Frau aus Südost-Asien, die schon längere Zeit in Erlangen wohnhaft ist.

Am Freitag hielt sich die Frau zusammen mit ihrer hier zu Besuch weilenden 75-jährigen Mutter im Ortsteil auf und zeigte ihrer Mutter die „Steinerne Brücke“ sowie das ehemalige Kloster in Frauenaurach. Dabei wurden auch Erinnerungsfotos von den beiden Frauen gefertigt, um den Verwandten zu Hause die Sehenswürdigkeiten der Erlanger Ortsteile zeigen zu können. In einer Vernehmung mit dem ermittelnden Beamten fiel die 51-Jährige aus allen Wolken. Sie erklärte, dass die Fotos nur zur Erinnerung des Besuches aufgenommen wurden.

Die Erlanger Polizei bittet in diesem Zusammenhang betroffene Eltern sich nach Vorfällen mit Kindern direkt mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Alle weiteren Maßnahmen zur Ermittlung der möglichen Tatverdächtigen und der Überwachung der jeweiligen Örtlichkeiten werden dann durch die Polizei veranlasst. Hierzu werden in jedem Fall auch die betroffenen Leitungen der Schulen oder sonstiger Einrichtung für Kinder informiert und Verhaltensmaßnahmen abgesprochen. Eine eher unerwünschte Wirkung zeigt in diesen Fällen die Übernahme und Weiterleitung von ungeprüften Einträgen in den sozialen Medien, die erfahrungsgemäß nur zur Beunruhigung der Eltern beitragen und gleichzeitig zur Behinderung der polizeilichen Ermittlungen führen können.

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