Zaußenwirt Markus Geyer eröffnet Gaststätte im Fränkischen Hof


PEGNITZ. Lange Zeit stand die Gaststätte im Fränkischen Hof in Pegnitz leer. Nach mehreren Gerüchten und Gesprächen hatten dann Hotelbesitzer Thomas Schlabeck und Zaußenwirt Markus Geyer im Mai erstmals gegenüber unserer Redaktion öffentlich bestätigt, dass Geyer den Fränkischen Hof übernimmt. Nach einer kurzen Umzugsphase steht jetzt die Neueröffnung an. Das Datum und der neue Name wird im Interview verraten. 




Wir haben uns mit Markus Geyer (MG), hier links im Bild, zum Interview getroffen. Bei den Gespräch war teilweise auch Hoteleigentümer Thomas Schlabeck dabei (rechts im Bild). 

Herr Geyer, wie empfanden Sie die Gerüchte um den Pächterwechsel, die vor allem bei Facebook breitgetreten wurden? 

MG: Eigentlich amüsant, denn Gespräche liefen schon länger. Und plötzlich tauchten dann drei Facebookpostings auf; von der selben Person. Und zu dem Zeitpunkt war noch wirklich nichts spruchreif, das hatten wir ja bereits in einem früheren Bayern-Reporter-Interview gesagt. Sowas kann für das Geschäft schon sehr gefährlich werden. Geärgert haben wir, Thomas Schlabeck und ich, uns auch über die örtliche Zeitungspresse. Vertrauliche Angaben wurden hier trotz Absprache veröffentlicht. Die weiteren Fakten haben wir dann ausschließlich mit Bayern-Reporter besprochen.

Gibt es öfter Probleme mit der Presse?

MG: Probleme will ich nicht sagen, aber es ist schon ärgerlich, wenn Vertrauen missbraucht wird. Zudem hätte ich mich gefreut, wenn zum zehnjährigen Jubiläum auch so motiviert berichtet worden wäre. Aber das haben die beiden Zeitungen wegen Geringfügigkeit abgelehnt.

Haben die Gerüchte den Geschäften geschadet? 

MG: Ja, auf verschiedene Art und Weise. Es hat sich viel aufgeschaukelt und dann tauchten auch Fragen auf bei Mitarbeitern, Lieferanten und Geschäftspartnern. Da sind gewisse Konditionen auch mal schnell vom Tisch. Das kann schon deutlich schaden. Beispielsweise wollten auch viele Gäste plötzlich ihre Gutschein beim Abholen von Speisen einlösen. Das ist gerade jetzt in der Coronakrise für mich als Gastwirt natürlich schlecht, wenn ich bereits bezahlte Leistungen jetzt aktuell erbringen muss. Umgekehrt wäre es besser. Aber die Gutscheine der Zaußenmühle bleiben in der neuen Gaststätte auf jeden Fall gültig. Und sogar die Gutscheine aus der alten Gaststätte im Fränkischen Hof können umgeschrieben werden.

Hinweis der Redaktion: Hierzu einfach eine Mail an Thomas Schlabeck senden unter info@hotel-pegnitz.de



Warum der Fränkische Hof? 

MG: Ich habe mich schon lange nach einer neuen Lokalität umgesehen, nur wusste das niemand. Wir waren am Limit angekommen. Teilweise mussten die Gäste sogar auf Stehplätze warten; ohne Reservierung war vor allem am Wochenende kaum ein Platz zu ergattern. Mit den neuen Räumlichkeiten haben wir bauartbestimmt viel mehr Möglichkeiten. Ich kann im großen Saal jetzt Familien – und Firmenfeiern ausrichten. Die steile Treppe aus der Zaußenmühle fällt weg, die besonders auch für ältere Gäste und das Personal ein Problem war. Weil Thomas Schlabeck nach einem geplatzten Pachtversuch für neue Gespräche offen war, haben wir uns an einen Tisch gesetzt und waren uns schnell einig.

Was wird jetzt besser und was wird schlechter sein?

MG: Die Treppe wird besser (lacht). Aber ernsthaft, es wird alles besser. Ich sehe derzeit ausschließlich Vorteile. Sei es bei der Größe der Küche, beim Gastraum oder auch bei der Möglichkeit, die Hotelgäste des Fränkischen Hofs zu verköstigen. Man muss bedenken, die Zaußenmühle ist mehr als 300 Jahre alt. Sie kann den modernen Anforderungen der Gastronomie nicht gerecht werden.

Kooperieren Sie mit dem Fränkischen Hof? 

MG: Ja und Nein. Ich bin nicht angestellt und wir üben auch keine Fusion aus. Hotel und Gaststätte bleiben getrennt. Ich bin Pächter und damit ausschließlich für den Gastrobereich zuständig. Allerdings richten wir das Frühstück für die Hotelgäste aus. Das wurde so mit Thomas Schlabeck besprochen. Ob ich später auch mal öffentliches Frühstück anbiete, wird sich zeigen.

Wie schwer war die Entscheidung, die idyllische Zaußenmühle aufzugeben?

MG: Es war schon nicht leicht, nach elf Jahren die Sachen zu packen. Da stecken Emotionen drin. Aber es war alles durchdacht und die derzeit beste Lösung aus meiner Sicht. Wie erwähnt, das Gebäude wird nicht jünger und Investitionen des Eigentümers bleiben weitgehend aus. Man muss auch damit rechnen, dass man hier nicht dauerhaft Gastronomie betreiben kann.

Hatte die Entscheidung wirtschaftliche Gründe? Gerüchten zur Folge soll es zuletzt finanziell sehr schlecht um die Mühle gestanden haben; besonders nach der Coronakrise. Mitarbeiter haben angeblich sogar auf Gehalt verzichtet. Stimmt das? 

MG: Ja das stimmt; viele meiner treuen Mitarbeiter haben mich freiwillig unterstützt. Anders wäre es vermutlich auch nicht machbar gewesen. Trotz Coronakrise musste ich im Vergleich zu mach anderen Kollegen die volle Pacht bezahlen. Die Unkosten haben die Einnahmen überstiegen.



Wie sehr hat die Coronakrise Ihnen als Gastronom geschadet? 

MG: Massiv. Wie überall in der Gastronomie. Wie gerade schon erzählt, habe ich laufende bzw jetzt sogar steigende Kosten in der Krise, durch Richtlinien und Hygienemaßnahmen. In der Zaußenmühle hätte ich Probleme mit der Umsetzung gehabt. Es ist alles sehr eng. Nur noch jeder zweite oder dritte Tisch, das bedeutet beispielsweise im Erdgeschoss maximal noch acht bis zehn Gäste. Danach ist erstmal putzen und desinfizieren angesagt. Das ist in der Mühle nicht machbar. Im Fränkischen Hof kann ich jetzt notfalls auch noch den großen Saal bestuhlen.

Gibt es ein neues Konzept für die neuen Räume? 

MG: Im Prinzip nicht. Ich möchte weder beim Essen, noch beim Ambiente etwas groß ändern. Denn das Konzept an sich war ja wirklich gut. In elf Jahren haben wir uns in der Zaußenmühle einen guten Namen gemacht. Es wird aber ein „Zaußeneck“ geben. Zwischen Theke und Hotelzugang befindet sich im vorderen Gastraum ein kleiner abgetrennter Bereich. Hier hängen bereits alte Bilder aus der Zaußenmühle, auch ein Schild will ich noch errichten. Ein kleines Eck der Nostalgie.

Wie setzen Sie die Corona-Maßnahmen um? 

MG: Wie es jeder Gastronom machen muss. Wir nehmen die Kontaktdaten aller Gäste auf, lassen jeden zweiten Tisch frei, desinfizieren Tische und sanitäre Anlagen nach jeder Nutzung und setzen auf Reservierung. Auf dem Weg zum Tisch herrscht natürlich Maskenpflicht, die wir auch durchsetzen müssen, sonst kann es teuer werden. Der Vorteil in den neuen Räumen ist, dass man die Zugangswege zu den Toiletten einsehen kann, denn wir müssen nach jeder Nutzung putzen. Außerdem haben wir die Möglichkeit, separate Ein – und Ausgangsmöglichkeiten zu schaffen.

Bleibt ihre Flammerie erhalten? 

MG: Ja, und die ist auch Teil des Konzeptes und der neuen Namensgebung. Durch die große Küche haben wir da jetzt bessere Möglichkeiten.

Ändert sich denn der Gaststätten-Name?

MG: Zaußenmühle geht natürlich nicht mehr, und der Fränkische Hof bezeichnet überwiegend das Hotel. Und wir wollen mit unterschiedlichen Namen auch optisch dafür sorgen, dass Hotel und Gastronomie klar getrennt sind. Deswegen wird es da eine Änderung geben, ja.

Verraten Sie uns den Namen? 

MG: Ganz exklusiv für Bayern-Reporter, ja. Restaurant und Flammerie: Zum Geyer. Und als Zusatz „im Fränkischen Hof“. Denn ohnehin werden die Pegnitzer sagen „wir gehen zum Geyer“. Also warum nicht gleich den Namen zum Programm werden lassen?!

Was verändert sich für Mitarbeiter? 

MG: Auch hier muss man klar sagen: Die Treppe (lacht wieder). Natürlich wird die fehlende steile Treppe eine Erleichterung sein, gerade für den Service. Aber sonst wird sich nicht viel ändern. Wir werden auch wieder Stehtische haben, genau wie in der Zaußenmühle. Also darf der eine oder andere Gast vom Thekenpersonal bedient werden. Ändern wird sich aber der freie Tag. Denn bislang haben wir den Montag zum Ruhetag gemacht, das wird künftig der Mittwoch sein. Und ich könnte mir vorstellen, dass wir gerade im Sommer am Sonntag durchgehend geöffnet haben. Aber das wird sich zeigen.



Können alle Mitarbeiter bleiben und wie viele beschäftigen Sie derzeit? 

MG: Ja, davon gehe ich aus. Aktuell beschäftige ich rund 15 Mitarbeiter; überwiegend Aushilfen. Ich denke mit diesem Stamm komme ich auch klar. Im Bereich der Küche könnte ich mir aber vorstellen, dass ich mich da nochmal verstärken muss. Gerade bei Firmen – und Familienfeiern.

Haben Sie Angst, dass Stammgäste aus der Zaußenmühle weg bleiben? 

MG: Nicht wirklich. Kann natürlich sein, dass der eine oder andere nicht mehr zu uns findet, aber dafür kommen wieder neue Gäste. Und für die treuen Zaußengäste haben wir dann ja auch noch unser „Zaußeneck“.

Was wird aus der Zaußenmühle jetzt? 

MG: Das weiß ich nicht. In den Medien wurden ja schon Vorschläge genannt. Am besten finde ich die Variante mit dem Jugendzentrum. Als dauerhafte Gastronomie sehe ich das Objekt nicht mehr. Es fehlen auf jeden Fall Investitionen in die Bausubstanz. Aber das muss alles der Eigentümer entscheiden. Er hatte die Zaußenmühle auch schon zum Verkauf angeboten. Ich persönlich finde, das Anwesen gehört in städtische Hände. Alleine schon wegen der Historik. Damals hatte ich zwischen dem Eigentümer und dem damaligen Bürgermeister Uwe Raab vermitteln wollen, aber der Stadt fehlte das Geld dazu, sagte Raab.

Die finale Frage, die sich ganz Pegnitz stellt: Wann geht es los? 



MG: Schon bald, denn wir kommen gut voran. Die Zaußenmühle hat bereits geschlossen. Am Donnerstag, dem 18. Juni, wollen wir im Fränkischen Hof starten. Allerdings mit einer kleineren wechselnden Karte wegen der Coronakrise.  Alle Speisen werden auch wieder abholbar sein. Wichtig ist uns auch die telefonische Voranmeldung, damit wir den Corona-Maßnahmen Rechnung tragen können. Die Rufnummer der Zaußenmühle haben wir behalten können. Wie lange diese Maßnahmen dauern, das weiß ja leider niemand.

Vielen Dank, dass Sie sich trotz Umzugsstress unseren Fragen gestellt haben und ganz viel Erfolg für den Neustart im Fränkischen Hof.

Wir haben uns mit Markus Geyer (MG), hier links im Bild, zum Interview getroffen. Bei den Gespräch war teilweise auch Hoteleigentümer Thomas Schlabeck dabei (rechts im Bild). Foto und Interview: Markus Roider

 

 

 



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